Sind wir noch am Ball?

Kommentar zur Digitalisierung der Schule

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Ausgerechnet die High-Tech-Nation Deutschland tut sich schwer mit der Digitalisierung der Schule. Viele fragen sich: Sind wir überhaupt noch am Ball, wenn es um Internet, Smartphones und Co. im Unterricht geht? Von Peter Schulte-Holtey

Deswegen ist die Hoffnung groß, dass die großspurigen Ankündigungen der Politik nicht nur heiße Luft sind. Die SPD hat bereits neun Milliarden Euro für den Ausbau der digitalen Bildung angekündigt. Bildungsministerin Johanna Wanka (CDU) legt nach; sie möchte alle 40 000 Schulen bis 2021 mit Computern und WLAN ausstatten. Dafür will der Bund bis 2021 fünf Milliarden Euro zur Verfügung stellen. Auch in Hessen würden sich Eltern, Schüler und Lehrer über den Geldregen freuen. Zuletzt ist ja immer wieder heftig kritisiert worden, dass die dringend benötigten Mittel für Schul-Modernisierungsmaßnahmen viel zu langsam fließen. Was besonders ärgert: Der Blick auf die Ausstattung der Schulen in Hessen offenbart einen Flickenteppich; in Schutzschirm-Kommunen bekommen Schüler teils Vernachlässigungen zu spüren. Die Ungleichbehandlung wird dabei vor allem in der technischen Ausstattung sichtbar.

Ein Kraftakt an den Schulen ist also überfällig. Und die entscheidenden Hürden bei einer besseren Finanzierung für den Schub sollten alsbald abgebaut werden. So ist es doch völlig unverständlich, dass bei der Ausstattung die Verantwortung bei den Schulträgern liegt und eine Finanzierung mit Bundesgeldern (Kooperationsverbot) untersagt ist. Schule ist ein Thema, das den Bundesländern sehr am Herzen liegt, und bei dem der Spielraum für übergreifende Lösungen enorm klein ist. Jetzt muss sich aber zeigen, wie groß der Mut ist, den notwendigen radikalen Umbau anzustoßen.

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