Neuerungen bei der Energiewende

Kommentar: Nicht ganz ehrlich

Die Debatte über eine Reform des Ökostromgesetzes kommt zur rechten Zeit. Sie wird nur falsch geführt. Einzig die Steuerung des Ausbaus der Erneuerbaren über Ausschreibungen zeigt vom Grundsatz her in die richtige Richtung. Von Frank Pröse 

Allein die vorgesehenen Mengen erscheinen zu niedrig, schließlich benötigt allein die E-Mobilität mehr Strom – den aber bitte nicht aus Kohlekraftwerken. Während die Diskussion um mehr Wettbewerb bei der Förderung also in Ordnung ist, irritiert jene um angeblich überbordende Kosten der Energiewende. Plötzlich geht der Ökostrom-Ausbau zu schnell. Doch das ist gar nicht das Problem. Einer gerechten Bepreisung der grünen Wende stehen unter anderem die konventionellen Großkraftwerke im Weg. Die sorgen in ihrem Überlebenskampf mit für das Überangebot an Strom, was den Preis an der Börse in den Keller schickt, die Förderungskosten aber in die Höhe schnellen lässt. Es wäre klüger, die Großkraftwerke zum Austarieren des Stromangebots zu nutzen – bevor sie ganz verschwinden. Dieses Thema wird aber geflissentlich gemieden.

Zum Schluss sei den notorischen Ökostromkosten-Kritikastern in Bayern noch ins Stammbuch geschrieben, dass allein ihr Beharren auf die unsinnige, weil teure Biomasse-Förderung, in sechs Jahren 2,4 Milliarden Euro verschlingt. Mit dem Geld ließe sich die EEG-Umlage spürbar senken.

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