Telenovela statt Inhalt

Kommentar: AfD beschäftigt sich mit sich selbst

+
Frank Pröse

An dieser Stelle hatten wir es vor Wochen prophezeit - und waren dafür kräftig gescholten worden. Nun prangt unsere Vorhersage in großen Lettern auf den Titelseiten der Zeitungen: Die AfD zerlegt sich selbst. Von Frank Pröse 

Um des lieben Friedens willen spaltet sich zwar zunächst lediglich die Landtagsfraktion in Baden-Württemberg auf. Doch auch andernorts werden sie bei der AfD keinen anderen Ausweg aus den Turbulenzen finden, als je nach Interessenlage und Weltsicht der Mitglieder neue Gruppen zu bilden, je nachdem, welches Thema überwiegt: Flüchtlinge, Homophobie, die Hautfarbe des Nachbarn oder Judenhass.  Die Partei bietet eben Alternativen. Und das so konsequent mit einer Rechtsdrift, dass sogar der Chef der Partei aus der eigenen Fraktion flieht, weil er den dort teils akzeptierten geistigen Schmutz und puren Antisemitismus nicht ertragen kann. Soviel zur „staatstragenden Partei“ (Parteichef Jörg Meuthen) und ihrem Anspruch, das liberal-konservative Bürgertum bündeln zu wollen.

Macht- und Flügelkämpfe gibt es sehr wohl auch in anderen Parteien. Doch dort gibt es wenigstens noch ein Programm als Basis, auf der sich gestritten werden kann, nicht nur die nahezu ausschließliche eitle und intrigante Befassung mit sich selbst. Denn die von der AfD im Wahlkampf angekündigten Akzente als Fundamentalopposition lassen auf sich warten. Telenovela statt Inhalte, das ist die AfD, die aus ihrem desaströsen Parteitag vor einem Jahr wohl nichts gelernt hat und ihr Heil abseits der Querelen immer noch in Pauschalisierung, Ausgrenzung und Nationalismus sucht. Da fällt die Prognose leicht: Das wird nicht reichen.

AfD in der Krise - Neue Alternative für Baden-Württemberg

Kommentare