Suche nach Vertrauen

Kommentar zur Absturz-Katastrophe

Er spricht vielen aus der Seele: „Das macht uns fassungslos“, sagt Lufthansa-Vorstandsvorsitzender Carsten Spohr zum Verdacht gegen den Co-Piloten des abgestürzten Germanwings-Flugzeugs. Von Peter Schulte-Holtey

„Nicht in unseren schlimmsten Alpträumen hatten wir uns das verstellen können“, bringt der Airline-Chef das auf den Punkt, was auch viele Lufthanseaten wohl denken - was sie verunsichert. Denn Sicherheit und eine besonders große Zuverlässigkeit bei der Personalauswahl gelten noch immer als wichtiger Baustein der Unternehmenskultur und als Basis des hohen Ansehens bei den Lufthansa-Kunden.

Tatsächlich ist die Verunsicherung nach den jüngsten Berichten zur Katatstrophe überall in der Flugbranche spürbar. Für Lufthansa, Germanwings, Airbus und Co. bleibt jetzt nur ein Weg: Sie sollten deutlich machen, dass solche Vorkommnisse in Zukunft mit Hilfe ausgefeilter Technik nicht mehr möglich sind. Sicherheitsvorschriften müssen überprüft werden. Es sollte auch um die mögliche Ausweitung psychologischer Tests gehen. Und um die Frage, ob ständig zwei Personen im Cockpit sein müssen. Das Thema Sicherheit darf auch nicht mit einer Kostenfrage kombiniert werden. Wir müssen uns zumindest in unserer Hoffnung bestärkt sehen, dass sich solch eine Tragödie nicht wiederholen wird. In diesen Tagen ist es wichtiger denn je, dass wir darauf vertrauen können, dass alles getan wird, die Risiken zu senken. Darum geht die Aufklärung uns alle an.

peter.schulte-holtey@op-online.de

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