Westerwelle: Sarrazin hat "rote Linie" überschritten

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FDP-Chef und Außenminister Guido Westerwelle meint: Thilo Sarrazin hat eine "rote Linie" überschritten.

Berlin - Mit Blick auf die umstrittenen Äußerungen des Bundesbankvorstands Thilo Sarrazin hat FDP-Chef Guido Westerwelle eine ernsthafte Integrationsdebatte gefordert, eine “multikulturelle Wertebeliebigkeit“ aber abgelehnt.

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Sarrazin habe “mit seinen Äußerungen zu den besonderen Genen von Juden und Basken für mich eine rote Linie überschritten“, sagte Westerwelle der “Passauer Neuen Presse“ vom Mittwoch. Dennoch bekräftigte er: “Ein solches Buch muss Deutschland aushalten.“ Die Wirklichkeit widerlege jedoch dessen pauschale These. Deutschland könne auf viele hier lebende Kinder mit Migrationshintergrund “stolz“ sein. Westerwelle betonte jedoch, dass hier lebende Migranten Deutschlands Werteordnung und die Sprache als Schlüssel für eine erfolgreiche Integration akzeptieren müssten. “Wer eingeschult wird, muss Deutsch sprechen, verstehen und dem Unterricht folgen können“, sagte er.

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In Bezug auf die anhaltende Kritik an ihm als Parteivorsitzender sagt Westerwelle, er übe dieses Amt gerne aus. “Meinen Freunden zur Bestätigung, meinen Kritikern zum Ärger: Ich habe noch eine Menge vor in der Politik“, bekräftigte er. Dass er auch die Ämter des Außenministers und des Vizekanzlers innehabe, sei eine “richtige Entscheidung“ des Parteitags gewesen, “die uns als FDP Durchsetzungskraft gibt“. Vor dem Hintergrund eines derzeitigen “Umfragetals“ für die Partei sei Selbstkritik zwar notwendig. Diese dürfe aber nicht von der Arbeit ablenken.

dapd

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