Arbeiten bei Konfurter Mühle liegen im Zeitplan

Sichtbare Baufortschritte am Wehr

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Jens Hoffbauer (l.) von der Bauleitung der ausführenden Firma bespricht mit seinem Team den Fortgang der Arbeiten am Wehr der Konfurter Mühle. Links mit angelehnter Holzleiter ist der sanierte Mittelpfeiler zu sehen, der demnächst wieder mit den ursprünglichen Sandsteinen verkleidet wird.

Babenhausen - Die Arbeiten am Wehr gehen zügig voran. Wegen dessen historischen Charakters wird genau darauf geachtet, dass beim Neuaufbau die alten Sandsteine wieder an den ursprünglichen Stellen verbaut werden. Von Walter Kutscher 

An jedem Arbeitstag ist der Bautrupp der ausführenden Tiefbaufirma Keil und Purkl aus Groß Zimmern mit schwerem Gerät, aber auch in Handarbeit tätig, um zu betonieren, zu planieren oder neue Ufersteine zu verlegen. Zuletzt wurden die Schütztafeln am Wehr bei der Konfurter Mühle generalüberholt. Diese dienen bei Wehranlagen zum Absperren und Aufstauen des Wassers und zur Regulation des Wasserdurchflusses. Ebenfalls weitgehend fertig ist die Uferböschung des Mühlgrabens, der das Wasser Richtung Ohlebach leitet. Hier wurden in Handarbeit Basaltsteine verbaut, die den nötigen Schwemmschutz zum anschließenden Ackergelände bilden. Allerdings sind auch unnötige Arbeiten erforderlich, müssen doch die Hinweisschilder und Warnbaken zur Sperrung des Wehrübergangs am Feldweg westlich der Baustelle immer wieder aufgestellt werden, nachdem diese wiederholt von Rabauken umgestoßen und in die benachbarten Äcker und Felder geworfen wurden.

Entlang der Gersprenz gehört die Konfurter Mühle zu den ältesten Bauwerken in der Region. Im Büchlein „Aus der Geschichte der Mühlen von Babenhausen und seinen Stadtteilen“ von Adolf Sahm, erschienen 1985 als Band 13 beim Heimat- und Geschichtsverein von Babenhausen, wird der Werdegang der Konfurter Mühle ausführlich beschrieben. Bereits 1359 erfolgte erstmals eine urkundliche Erwähnung, danach erlebt sie eine abwechslungsreiche Geschichte. Nach dem Dreißigjährigen Krieg waren die Gebäude nahezu verfallen und die Besitzverhältnisse änderten sich häufig, da die Müller sich beim Neuaufbau immer wieder verschuldeten. Ab Anfang des 18. Jahrhunderts konnte dann der Mühlenbetrieb wieder wirtschaftlich betrieben werden und 1909 wurde neben der Getreidemühle auch eine Pappenfabrikation aufgenommen. Überliefert ist auch, dass es nahe der Mühle ein Soldatenbad gab, da Babenhausen eine Garnisonsstadt war. Heute beherbergen die Mühlengebäude einen Pferdehof, eine Tierarztpraxis und einige Wohnungen.

Archivbilder aus Mühlheim

Impressionen vom Mühlentag

Wie Jens Hoffbauer, Bauleiter der Tiefbaufirma mitteilt, liegen die Arbeiten weitgehend im Zeitplan. Weiter berichtet er, dass wegen des historischen Charakters des Wehrs bei den Arbeiten genau darauf geachtet wird, dass beim Neuaufbau die alten Sandsteine wieder an den ursprünglichen Stellen verbaut werden. Am frisch sanierten Mittelpfeiler kam bei der Freilegung ein Sandstein mit der Inschrift „IW 1839“ zu Tage, der zusammen mit den anderen Quadern nummeriert wurde, damit sie wieder in richtiger Reihenfolge eingebaut werden können. Auch das momentan demontierte Gestänge, an dem über Zahnstangen und Schneckengetriebe die Schütztafeln bewegt werden können, wird nach der Instandsetzung wieder an Ort und Stelle aufgebaut. Das Wehr wird nach vollendeter Sanierung wieder sein ursprüngliches Aussehen erhalten und aus mechanischer Sicht auch voll funktionsfähig sein. Somit wird ein besonderer Ort am Wassererlebnisband Gersprenz in neuem Glanz erstrahlen.

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