Rundgang durch die Kernstadt

Regen verringert Blütenpracht

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Hatten diesmal durch den Regen im Frühsommer weniger zu begutachten als sonst: Die Juroren des Wettbewerbs „Blühende Altstadt“ bei der Arbeit.

Babenhausen - Seit acht Jahren gibt es den Wettbewerb „Blühende Altstadt“. Er soll im Zentrumsbereich jene Bürger auszeichnen, die ihre Häuser mit Blumentöpfen und -kästen schmücken und damit nicht nur ihr Zuhause, sondern die gesamte Stadt liebenswerter machen. Von Michael Just 

Nun war die Jury unterwegs. Der viele Regen in den zurückliegenden Wochen ließ Ortsvorsteher und Jurymitglied Reinhold Gottstein kurz vor dem Loslaufen nicht ganz so optimistisch dreinschauen: „Der Regen hat doch ziemlich auf die Geranien eingehauen. Besser wäre fast das Begutachten von Wasserpflanzen“, scherzte der Lokalpolitiker. Gottstein begleiteten noch Anna Elena Resch, Wofgang Seeger, Rainer Herwig und Anette Funk, die ebenfalls zum Ortsbeirat der Kernstadt gehören. Dazu gesellte sich Wilhlem Spiehl, der einstige Ideengeber des Wettbewerbs. Der Rentner und Hobbygärtner gilt als besonders engagiert, wenn es darum geht, „sein“ Babenhausen nach vorne zu bringen. So wurde die Idee, mehr Blumenschmuck mit einem Wettbewerb zu forcieren, im Rathaus gerne aufgenommen.

Eine Anmeldung ist nicht nötig: Die Jury läuft jedes Jahr im Sommer an einem Morgen los und notiert Häuser mit auffällig viel Grün und Blüten. So mancher Bewohner erhielt schon ganz unerwartet einen Preis. Für die Erstplatzierten gibt es einen repräsentativen Tonteller für die Außenfassade, dazu warten Gutscheine. Die Jury verfährt nach einem Punktesystem, das den den Zustand der Pflanzen (Pflege, Blattgrün, Farbe, Üppigkeit), die Gestaltung (Ideen, Farbkombination, Artenvielfalt) und den Aufwand bewertet. Eine Bank und weitere Zierde kann Extra-Punkte bringen. Um auch jene Häuser in die Bewertung einzubeziehen, an denen es im Frühjahr schon blüht, sind die Jurymitglieder angehalten, sich schon mit Beginn der Setzzeit einen ersten Eindruck zu verschaffen. Bei der Hauptbegehung bestätigten diesmal schon die ersten Meter, dass das launige Wetter nicht mit mehr Engagement kompensiert wurde. „Letztes Jahr stand hier noch was. Jetzt ist es weg“, musste Spiehl gleich zu Beginn feststellen. „Insgesamt weniger als im Vorjahr“, lautete seine Bilanz am Ende der Runde, die rund 70 Häuser mit mehr oder weniger großer Blumenzierde in die Bewertung aufnahm. Für Spiehl trägt das Wetter die Hauptschuld für den Rückgang.

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Zu Beginn des Wettbewerbs hatte das Haus der Familie Willand am Hexenturm ein Abonnement auf den Sieg. Gisela Willand hat Spaß an Pflanzen und hat um ihr Fachwerkhäuschen eine grüne Oase geschaffen. Der dauernde Sieg wurde ihr fast ein wenig peinlich, weshalb sie die Jury bittete, außer Konkurrenz in die Wertung einzugehen. Später veranlasste das die Jury, die Anzahl der möglichen Siege zu begrenzen, da sonst, auch mit Blick auf andere Objekte, immer die gleichen vorne liegen würden.

Insgesamt hat der Wettbewerb bisher aber nicht in breiter Front zu einem Erblühen der Altstadt geführt. „Hausbewohner, die sich schon immer engagierten, sind auch im Jahr darauf wieder gut. Andere gewinnen Pflanzen einfach nichts ab“, sagt Gottstein. Trotzdem will die Jury den Wettbewerb mehrheitlich beibehalten. Seine Zukunft ist durch die derzeitigen Einsparmaßnahmen der Stadt aber unsicher, da Kosten für einen Info-Flyer, den Gewinner-Teller und die Siegergutscheine anfallen. Nichtsdestotrotz scheint der Fortgang erstmal gesichert, da die Siegerteller bis 2018 bereits vorliegen.

Das ist dem Umstand vor wenigen Jahren zu verdanken: Der Herstellungsaufwand und ein preislicher Anreiz der ausführenden Töpferei in Eppertshausen legten es damals nahe, gleich eine Serie in Auftrag zu geben.

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