Tour zum 35-jährgien Bestehen

Backroots: Bluesröhre über drei Oktaven

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Die Backroots stehen seit 35 Jahren auf der Bühne, von den Gründungsmitgliedern ist allerdings niemand mehr dabei. Unser Bild zeigt die aktuelle Besetzung mit Henning Doms (l.), Anselm Wild, Hansel Billing, Rolf Plaueln, Udo Kistner und Achim Farr.

Babenhausen - Eine Premiere, aber auch ein Heimspiel wird die Band „Backroots“ am Donnerstag, 4. August, beim Seebeben-Festival am Sickenhöfer See haben. Von Petra Grimm 

Denn im Rahmen ihrer Tour zum 35-jährigen Bestehen der Band werden die Musiker, die alle aus der Region kommen, bei der After-Work-Party für Bluesrock vom Feinsten sorgen.  Alte und neue Fans begeistern die Backroots mit Eigenkompositionen und Interpretationen verschiedener Rock- und Jazzmusiker, wie Jimi Hendrix, Stevie Ray Vaughan, Eric Clapton, den Rolling Stones oder auch B. B. King. Professionalität und Spaß an der Musik, egal, ob sie vor zehn oder hunderten Fans spielen, sind Kennzeichen ihrer Auftritte. „Etwa 70 Prozent unseres Programms sind eigene Stücke“, sagt Hansel Billing. Der Hergershäuser ist mit seiner über drei Oktaven reichenden  

Bluesröhre die Stimme der Band, die 1981 von Charlie Baier und Uwe Heinold gegründet wurde. „Von den Gründungsmitgliedern ist inzwischen keiner mehr dabei“, sagt Billing. In den ersten Jahren habe die Besetzung immer mal gewechselt. Inzwischen spielt der harte Kern, der neben Hansel Billing aus Rolf Plaueln (Gitarre), Achim Farr (Saxophon und Harp), Udo Kistner (Bass) und Henning Doms (Klavier und Kexboard) besteht aber seit 15 Jahren zusammen.

Seit vergangenem Jahr ist als Schlagzeuger Anselm Wild wieder dabei. „Er hat vor über 20 Jahren schon mal bei den Backroots gespielt“, erklärt Billing. Dass die Band länger als viele Ehen besteht, ist schon ungewöhnlich. Was hält die Musiker, die auch noch in anderen Bands aktiv sind, zusammen? „Freundschaft und der Spaß am zusammen spielen“, antwortet Billing, der, ebenso wie Henning Doms neben der Musik einem anderen Broterwerb nachgeht. Er ist Alltagsbegleiter dementiell Erkrankter, Doms arbeitet als Architekt. Die anderen Backroots-Mitglieder sind Berufsmusiker, die ihr Können und ihre Leidenschaft auch an Musikschulen an ihre Schüler weitergeben. Rolf Plaueln, der wie Billing bereits seit 1986 bei den Backroots spielt und gemeinsam mit dem Hergershäuser seit 1995 auch als Backroots Two im Duo auf tritt, betreibt beispielsweise ein Gitarrenstudio in seinem Wohnort Harreshausen und unterrichtet in Dieburg an der Modern Music School. Die Gründung der Hessenband Schwarzworz vor 15 Jahren geht auf Billing und Plaueln zurück.

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Drei CDs hat Backroots veröffentlicht, 1996 „Think“ sowie 2010 und 2014 zwei Live-CDs. In Clubs und auf Festivalbühnen in der Region, aber auch bei Geburtstagen, Events von Firmen und Hochzeiten sind die Musiker regelmäßig zu hören. Man kann sie für Auftritte vor großem und kleinem Publikum buchen. „Wir haben je nach Anlass das passende Musikprogramm. Wir können auch eine Stunde lang Jazz-Standarts spielen. Kein Problem“, sagt Billing, „aber wir spielen keine Musik aus den Charts“.

Wer also guten, handgemachten Rock und Blues mag, ist am Donnerstag von 18.30 bis 21.30 Uhr beim Auftritt der Backroots am Sickenhöfer See zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Auf der Homepage der Band stehen die weiteren Termine im Rahmen der „35 Jahre Backroots Tour“. ‘ Backroots live am 4. August bei der Seebeben-After-Work-Party: Einlass um 18 Uhr, Eintritt acht Euro, www.seebeben.info.

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