Ökumenischer Gottesdienst auf dem Marktplatz

Die Einheit steht im Vordergrund

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Ehrenamtliche Mitarbeiter des „Lebensmittelpunkts“ verkauften Suppe an die Gäste. Pfarrer Ferdinand Winter, Pfarrer Dr. Frank Fuchs, Pastor David Jocham und Pastor Christoph Habeck sprachen über die Apostelgeschichte.

Babenhausen - Zum dritten Mal in Folge luden die vier christlichen Gemeinden der Stadt am Pfingstmontag zu einem ökumenischen Gottesdienst ein. An Stelle der Unterschiede wollten sie die Einheit betonen, das Miteinander feiern und aufeinander zugehen. Von Petra Grimm

Wegen des trüben Wetters trafen sich die Gläubigen – anders als im Vorjahr – in und nicht vor der evangelischen Stadtkirche zum Beten und Singen. Aber das große gemeinsame Fest, das jetzt die zweite Auflage erlebte, wurde im Anschluss auf dem Marktplatz gefeiert. Dem Festtag entsprechend ging es im Gottesdienst um den Heiligen Geist, der laut Bibel an Pfingsten über die Jünger gekommen sein soll. Was haben wir uns darunter vorzustellen? Wo wirkt seine Kraft konkret in unserem Leben? Wie können wir seine Zeugen sein? Und wie begegnen wir dem „Ungeist“ in Form von Gewalt, Egoismus oder auch Umweltzerstörung, der uns Angst macht?

Pfarrer Dr. Frank Fuchs von der evangelischen Gemeinde, der katholische Pfarrer Ferdinand Winter, David Jocham, Pastor des Gospelhauses und Pastor Christoph Habeck von der Emmaus-Gemeinde sprachen nacheinander über Vers 8 der Apostelgeschichte 1. Musikalisch begleitet wurde der besondere Gottesdienst von einem Gospelchor und einer Bläsergruppe, die sich aus Musikern der Katholischen Kirchenmusik, des evangelischen Posaunenchors und des Blasorchesters zusammensetzte. Eine größere Gruppe des Babenhäuser Blasorchesters untermalte auch das Fest auf dem Marktplatz.

Hier hatten die Kunden und ehrenamtlichen Mitarbeiter des „Lebensmittelpunktes“ einen Stand aufgebaut, an dem Suppe verkauft wurde. Kuchenspenden hatte es aus allen vier Kirchengemeinden und vom „Lebensmittelpunkt“ gegeben. Eine kurdische Familie bot Köstlichkeiten aus ihrer Heimat an. Am Getränkestand arbeiteten freiwillige Helfer aus allen Gruppen Hand in Hand. Gemeinsamkeit wurde zelebriert und praktiziert. Die Kollekte und der Erlös des Festes gehen, wie im Vorjahr, an den Verein „Lebensmittelpunkt“ (LMP), der das Geschäft mit integriertem Café für Leute mit schmalerem Geldbeutel betreibt. „Wir sind den Kirchengemeinden für diese finanzielle Unterstützung und vor allem den vielen, freiwilligen Helfern für ihr Engagement heute sehr dankbar“, sagte Manfred Müller, der Vorsitzende des LMP.

Das Geschäft, das im sechsten Jahr von Supermärkten und Bäckereien überlassene Lebensmittel zu einem günstigen Preis abgibt, hat aktuell pro Woche 450 Kunden. „Da hängen aber noch Familienmitlieder dran. Das heißt, wir versorgen mindestens 650 Menschen“, sagte Müller. Sein Stellvertreter Hans-Dieter Vogel informierte die Festbesucher über die Abläufe im LMP, der drei Nachmittage in der Woche geöffnet hat. Insgesamt 40 ehrenamtliche Helfer, darunter auch Kunden, sorgen dafür, dass die Waren bei den Supermärkten abgeholt, sortiert und verkauft werden. „Die drei Tagesteams, die sich zusammengefunden und auch angefreundet haben, putzen außerdem die Räume und betreiben das Café, das sich für viele Kunden zu einem wichtigen Treffpunkt entwickelt hat“, erklärte Hans-Dieter Vogel.

Mit der Spende aus der Veranstaltung am Pfingstmontag sollen wichtige Sanierungsarbeiten durchgeführt werden, sagte Manfred Müller: „Wir müssen die Einrichtung, beispielsweise die Bestuhlung und die Kühltheke, erneuern. Dafür verwenden wir im Moment jede Spende.“

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