Grüne befürchten, dass CDU und FWB bei ihrem Sparantrag bleiben

„Langsamer Tod des Schwimmbades“

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Babenhausen - „Das Schwimmbad ist noch nicht gerettet“, meinen die Babenhäuser Grünen. Sie befürchten, dass eine rigorose, widersprüchliche und zum Teil kopflose Sparpolitik zum Verlust von Kernpunkten des sozialen Lebens in der Stadt führen könnte, heißt es in einer Erklärung.

Und für einen wichtigen Punkt erachtet der Stadtverband das Schwimmbad. Wie berichtet, hatte eine knappe Mehrheit dem Grünen-Antrag in der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses zugestimmt: SPD, Grüne und FDP waren dafür, CDU und FWB enthielten sich. Im Antrag ging es um die Sicherstellung der Wiedereröffnung des Schwimmbades in der Badesaison 2017. Dabei, so steht es im Antrag, ist die bestehende Unterdeckung in Höhe von zirka 650.000 Euro um mindestens 50.000 Euro zu reduzieren. Erreicht werden soll dies teils durch die Erhöhung von Gebühren, teils durch Maßnahmen für die Belebung und Nutzungssteigerung des Bades.

Mit diesem Beschluss hätte das Schwimmbad eine Chance auf eine Wiedereröffnung – auch mit dem bisherigen Betreiber, der aus Sicht der Grünen in den vergangenen Jahren einen guten Job gemacht und viel Herzblut in den Betrieb des Bades gesteckt habe. Einnahmeverbesserungen, gewisse Abstriche im Betrieb, eine eventuelle Unterstützung durch einen Förderverein und eine bessere Vermarktung können eine Ersparnis von 50 000 Euro erbringen, sind sich die Grünen sicher.

Gänzlich unwahrscheinlich ist indes aus grüner Sicht die Forderung der neuen Mehrheit aus CDU und Freien Wählern in der Stadtverordnetenversammlung, die 150.000 Euro Einsparungen und einen Betreiberwechsel will. Die Eckdaten aus dem Wirtschaftsplan des Eigenbetriebs 2015 für das Schwimmbad würden dies deutlich machen. Aufgelistet sind darin 213.775 Euro Abschreibungen für das frisch sanierte Bad, 82.000 Euro Zinsaufwand für die Darlehen, 192.000 Euro sind für die Tilgung der Darlehen veranschlagt, 106.000 Euro machen die Kosten für Wasser, Strom und Heizung aus, 97.000 Euro fallen für Reparatur und Instandhaltung an. Bleiben die 234.000 Euro als Haushaltsposten für den Betrieb, die Pflege und die Betreuung des Bades, die nach einer Ausschreibung seit vielen Jahren die Schwimmschule Kahl als günstigster Anbieter übernommen hat.

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Der Grünen-Stadtverordnete Manfred Nodes befürchtet, dass die Mehrheit aus CDU und FWB in der Stadtverordnetenversammlung am kommenden Donnerstag, 15. September, bei ihrem Antrag zum Betreiberwechsel und zur Einsparung von 150.000 Euro bleibt. Das hätte zur Folge, dass der Magistrat den Betreiber-Vertrag kündigen muss. In den wenigen Monaten bis zur neuen Badesaison sei es kaum möglich, einen neuen Betreiber und qualifiziertes Personal zu finden, so der Grünen-Politiker: „Der langsame Tod des Schwimmbads beginnt. Und am Ende will es niemand gewesen sein.“

Indes begrüßt Bürgermeister Joachim Knoke das Engagement von Bürgern, einen Förderverein gründen zu wollen. Dies ist „eine sehr sinnvolle Möglichkeit, die sich bei der Sozialstation bereits bewährt hat“, so der Rathaus-Chef. Allerdings sei durch die ausgebliebene Grundsteuer-B-Erhöhung ein hoher Zeitdruck entstanden. „Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit für Unvollständigkeit oder gar Fehler“, meint Knoke. Schließlich solle der Verein vor Gericht als gemeinnützig anerkannt werden. (nkö)

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