Heimat- und Geschichtsverein plant „Babbel-Abend“

Mundart nicht verlieren

Babenhausen -  Einen Mundart-Abend in der Stadtmühle bietet der Heimat- und Geschichtsverein. Er hat sich die Bewahrung des Kulturgutes Dialekt auf seine Fahnen geschrieben.

Der vor 36 Jahren gegründete Heimat- und Geschichtsverein hat neben dem Erforschen der Heimatgeschichte durch Wort und Bild sowie durch Betreiben eines Museums auch die Pflege der Mundart in seine Satzung aufgenommen. Gründungsmitglied Uwe Friedrich war daran maßgeblich beteiligt. Er hatte seinerzeit auch die Satzung formuliert. Jetzt hat Friedrich einen Mundart-Abend in der Stadtmühle angeregt, der am Donnerstag, 17. November, ab 19 Uhr stattfinden wird.

Bereits vor einigen Jahren hatte sich der Verein in der Stadtmühle mit Mundart beschäftigt. Damals wurde der Unterschied zwischen elsässischem und Babenhäuser Idiom herausgearbeitet. Frederique Bittendiebel aus der Partnerstadt Buchsweiler im Elsass hielt dazu einen informativen Vortrag. Es folgten von verschiedenen Vereinsmitgliedern Beispiele bei kleinen Lesungen.

Der geplante Mundartabend wird einen anderen Schwerpunkt haben. Es soll der Unterschied zwischen Babenhäuser und Schaafheimer Dialekt im Vordergrund stehen. Dies ist vor allem interessant, da hier eine Sprachgrenze verläuft. In Erläuterungen, Gedichten, Gesprächen und kurzer Prosa soll dies verdeutlicht werden, wobei auch typische Redewendungen nicht fehlen dürfen.

Eine weitere Möglichkeit ist, auf Forschungsergebnisse aus dem 19. Jahrhundert zurückzugreifen. Damals hat der Mundartforscher Georg Wenker Fragebögen verschickt. Diese bestanden aus 40 Sätzen, die in Hessen landauf landab vornehmlich von Lehrern der Dorfschulen in der ortsüblichen Mundart niedergeschrieben werden sollten. Auch Babenhausen hatte einen solchen Bogen erhalten. Uwe Friedrich hat inzwischen sechs Sätze herausgesucht. Aus dieser Auswahl bietet es sich an, den einen oder anderen Satz von verschiedenen Personen, die noch Mundart „babbeln“, „übersetze“ zu lassen.

Der geplante Mundartabend kann nur dann erfolgreich und interessant werden, wenn sich eine größere Anzahl von Mundartfreunden daran beteiligt. Nur so können beispielsweise verschollene mundartliche Ausdrücke und Redewendungen wieder zu Tage gefördert und auch Abweichungen und Lautverschiebungen festgestellt werden. Der Geschichtsverein freut sich auf Mitwirkende, die entweder einige kurze Sätze, einige besondere Begriffe, einige Redewendungen oder beispielsweise auch ein Gedicht oder eine kurze Passage aus dem alten Babenhausen oder Schaafheim zum Besten geben. Meldungen dazu nimmt Vorsitzender Georg Wittenberger für den Heimat- und Geschichtsverein unter s 06073 61281 entgegen. Es kann aber auch am Sonntag 11. September, im Museum, das zu Tag des offenen Denkmales von 13 bis 18 Uhr geöffnet ist, über eine Mitwirkung gesprochen werden.

Bislang werden sich neben Uwe Friedrich an dem Mundartabend das Ehepaar Elsbeth und Werner Kreh aus Schaafheimsowie Klaus Mohrhardt, Liesel Groll und Werner Kunkel, der für das „Babenhäuser Lied“ zuständig ist, beteiligen. Einige weitere „Anmeldungen“ für Kurzbeiträge liegen inzwischen vor. J tm

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