hr dreht Fernseh-Krimi in Babenhausen

Heiße „Tatort“-Szenen auf dem Kasernen-Gelände

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Unheil verkündend hängen dunkle Wolken über dem ehemaligen Kasernen-Gelände – ganz passend zum Dreh gruseliger „Tatort“-Szenen, in denen die Ermittler gegen Feuer kämpfen und Bekanntschaft mit der paranormalen Sphäre machen.

Babenhausen - Die sechste Folge des Frankfurter „Tatorts“ mit den Ermittlern Anna Janneke (Margarita Broich) und Paul Brix (Wolfram Koch) filmt der Hessische Rundfunk (hr) zu gut einem Drittel in Babenhausen. Schauplatz der Dreharbeiten ist das Gelände der ehemaligen US-Kaserne. Von Katrin Muhl 

Nur mit einem weißen Nachthemd bekleidet nähert sich ein alter Mann in der Finsternis dem Haus der rothaarigen Fanny, das Kommissar Paul Brix zur Untermiete bezogen hat. Nach vergeblichen Versuchen, das Gebäude in Brand zu setzen, erleidet der Greis einen Schwächeanfall. Dem ihm zur Hilfe geeilten Brix erzählt er kryptische Dinge, starrt wie gebannt auf ein Dachfenster. Brix folgt dem Blick und findet unter den Holzdielen im obersten Geschoss ein Kinderskelett. Und plötzlich passieren Dinge, die sich auf natürliche Art nicht erklären lassen. Oder etwa doch? Nach und nach decken Brix und Kollegin Anna Janneke in ihrem sechsten Frankfurt-„Tatort“ die finstere Vergangenheit des Hauses auf. Das steht momentan – in Teilen – auf dem Gelände der ehemaligen US-Kaserne und soll abgefackelt werden.

Die Frankfurter „Tatort“-Kommissare Anna Jenneke (Margarita Broich) und Paul Brix (Wolfram Koch) ermitteln demnächst auch in Babenhausen.

Aber der Reihe nach. Der hr hat den Teil der ehemaligen US-Kaserne an der B26 gemietet, der nicht als Flüchtlingsunterkunft (HEAE Gießen) genutzt wird. Vom 5. bis 15. Oktober dreht dort ein rund 50-köpfiges Team Szenen für den Frankfurter „Tatort“, der den Arbeitstitel „Das Gesicht in der Wand“ trägt. Es ist die sechste Folge mit Margarita Broich und Wolfram Koch, die als Anna Janneke und Paul Brix ermitteln. 2013 hatte das Duo von Frank Steier alias Joachim Król, und Conny Mey, gespielt von Nina Kunzendorf, übernommen.

Seit zwei Wochen schon sind auf dem Gelände Handwerker zu Gange, die unter einem L-förmigen Hangar die Kulissen aufbauen. Zehn Mann lassen unter Aufsicht von Herbert Langstein, Meister für Veranstaltungstechnik, Fannys Haus entstehen, das im Original in Ober-Mörlen steht. Mit akribischer Genauigkeit – drei Tage hat das Team mit Vermessungarbeiten zugebracht – bauen sie etwa den Eingangsbereich nach, haben sogar das aufwendige Buntglasfenster über der dunklen Holztreppe kopiert. Schummeln erlaubt war beim Untergeschoss, denn das hat im Original keinen solch schaurig langen, schmalen Kellergang wie die Nachbildung in Babenhausen. hr-Sprecher Christian Bender verrät: „Den hat sich der Regisseur so gewünscht.“

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Anstelle des Original-Hauses gehen kommende Woche die nachgebauten Räumlichkeiten in Flammen auf. Gedreht wird bei Tag und Nacht. Anwesend – und wahrscheinlich auch im Bild – ist dann auch die Babenhäuser Feuerwehr, die dann freilich anders heißt. Löschen für die Kamera und in brenzligen Situationen am Set eingreifen soll das Team um Stadtbrandinspektor Mario Wörner. Ambitionen auf eine Komparsen-Rolle hat auch Polizeioberkommissar Jürgen Förster, der am Freitagnachmittag mit dem Feuerwehrkollegen und Aufnahmeleiter Ralf Eckstein eine Sicherheitsbegehung über das Kasernengelände machte, um mögliche Gefahren im Vorhinein ausschließen zu können.

Präventiv wirken sollen auch die Flugblätter, die das Hessische Ministerium für Soziales und Integration in der angrenzenden Wohnstätte für Flüchtlinge verteilt hat. Übersetzt in sämtliche dort gesprochene Sprachen wird das Vorhaben des Fernseh-Teams, bei dem Flammen lodern und Rauchwolken aufsteigen, erklärt. Bender: „Wir wollen die Menschen, von denen viele traumatisiert sind, nicht erschrecken. Sie sollen nicht denken, es brechen nun auch hier Bomben über sie ein.“

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