Sickenhöfer Familie Mayer hat vierbeinige Landschaftspfleger

Hier ist meckern erlaubt

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Ute und Peter Mayer mit einem Teil ihrer Ziegenherde. Das Lamm auf den Armen der Frau weist eine für diese Rasse seltene karamellartige Farbe auf. Üblicherweise sind die Tiere überwiegend weiß mit einem schwarzbraunen Kopf und kinnlangen Hängeohren.

Sickenhofen - Bei Wind und Wetter sind Ute und Peter Mayer auf dem Feld und kümmern sich um ihre Vierbeiner. Von Walter Kutscher 

Tierische Landschaftspflege rund um Sickenhofen betreiben die Ziegen von Ute und Peter Mayer. Die Herde der Burenziegen, die momentan zehn Alttiere und zehn Lämmer umfasst, grast seit über zwei Wochen südlich der B26 und sorgt dafür, dass extensiv genutzte Weideflächen nicht zu sehr verwildern.

Peter Mayer befasst sich schon seit Kindesbeinen mit Schafen und Ziegen und baute sich im Laufe der Zeit die Herden auf. Er ist beruflich als Maschinenführer tätig und betreibt die Bewirtschaftung und Pflege der Tiere im Nebenerwerb. Seine Frau Ute kümmert sich nach Aufgabe ihres Berufes in einer Bäckerei seit gut einem Jahr hauptsächlich um die Tiere. Neben den Burenziegen, die zu den Fleischziegenrassen zählen, gehören noch rund 20 Thüringer Waldziegen zur Milcherzeugung und eine Schafherde unterschiedlicher Rassen zum Bestand der beiden Sickenhöfer.

Von den Schafen sind momentan rund 160 Tiere bei Mühlheim am Main auf der Weide und grasen dort auf Magerrasenflächen. Dies erfolgt in Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Offenbach, wobei auch Herden anderer Schäfer dort weiden. Weitere 80 Schafe futtern sich in den Groß-Umstädter Weinbergen satt. Dort arbeiten die Mayers mit dem Forstamt zusammen, da die Tiere sehr gut geeignet sind, nicht genutzte Rebflächen vor Verwilderung zu schützen.

Wie Peter Mayer erzählt, kamen die Burenziegen ursprünglich aus Südafrika, und seine Vierbeiner stammen angeblich aus einer Schiffsladung mit Tieren, die vor rund 20 Jahren nach Deutschland kam und dazu dienen sollte, Löwen, Tigern und anderen hungrigen Zoobewohnern als Nahrung zu dienen.

Auch die notwendige Pflege der Tiere erledigen die beiden meistens selbst. So haben sie sich einschlägig informiert und fortgebildet im Bereich der Hufpflege, der Aufzucht der Lämmer und allen anderen Dingen, die rund um die Hege und Pflege der Tiere notwendig sind. Hatte Peter Mayer früher auch die Schafschur selbst erledigt, ist dies heute bei der Anzahl der Tiere nicht mehr möglich. Dies bewältigt ein professioneller Scherer.

Bald es wieder soweit, denn Ende Mai steht die nächste Schur an. Die Schafherde grast in den Mühlheimer Mainwiesen noch bis November und dann beginnt wieder der Treck Richtung Heimat. Ute Mayer meint, dass die Herde bis Mitte Dezember nach rund vierwöchiger Tour wieder in Sickenhofen ankommen und hier überwintern wird.

Bei Wind und Wetter ist die Schäferfamilie auf dem Feld und kümmert sich um die Tiere, immer begleitet von den Hütehunden. Balou und Fly heißen die beiden reinrassigen Border Collies, die unermüdlich die Herde bewachen und schon bei einem lauten Pfiff oder kurzen Befehl die Ziegen oder Schafe beaufsichtigen. Im Spätherbst werden die Ziegen schließlich ins trockene Winterquartier getrieben, da sie nässeempfindlich sind und dort auch die neuen Lämmer in wohliger Umgebung geboren werden.

Die schmackhafte Ziegenmilch verarbeitet Ute Mayer zu Joghurt und Käse, was den von den beiden dann gerne mit einem frischen Bauernbrot am Abend gegessen wird.

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