Aufwendige Motivtorten sind das Steckenpferd von Natascha Bender

Kunst aus Kuchenteig in Schaafheim

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Schaafheim - Eier, Zucker, Mehl und Milch gibt es nicht nur in der von Rolf Zuckowski besungenen „Weihnachtsbäckerei“. Die Zutaten gehen auch Natascha Bender niemals aus. Von Katrin Muhl 

Natascha Bender aus Schaafheim kreiert Torten, die fast zu schade sind zum Essen.

Das ganze Jahr über backt sie fleißig Motivtorten, die eher als Kunstwerke denn als Süßspeise zu bezeichnen sind – schmecken tun sie trotzdem. „Klack, klack“, Natascha Bender schlägt ein Ei nach dem anderen in eine Küchenmaschine, lässt Zucker hinein rieseln und drückt auf „Start“. Das Gerät schlägt alles schaumig, dann kommen noch Mehl und Backpulver dazu. Ein Rezept braucht die 29-Jährige nicht, die Arbeitsschritte gehen ihr wie von selbst von der Hand. Ist ja nicht der erste Biskuit, den sie backt. In ihrem Umfeld hat sich ihr Talent bereits herumgesprochen. Jeder weiß: Wenn sie einen „Kuchen“ mitbringt, hat sie unter der Tortenhaube in Wahrheit ein Kunstwerk versteckt. Vorsichtig holt sie den Biskuit-Boden aus dem Ofen, stellt ihn auf die Arbeitsplatte: Wieder ein Rohling für eine ihrer aufwendigen Motivtorten. „Der Sohn einer Freundin wird getauft“, sagt sie, „ich mache ihm eine weiße Torte mit blauen Perlen und Baby-Schuhen.“

Eine Ausbildung zur Konditorin hat Bender nicht hinter sich. Sie arbeitet als Sachbearbeiterin in der Anlagen- und Finanzbuchhaltung. Nach ihrer Standard-Füllung – Schmand mit Schokoladen-Ganache – leckt sich trotzdem die Finger, wer sie einmal gekostet hat. „Ich backe einfach schon immer gern, dafür übernimmt das Kochen mein Mann“, sagt sie schmunzelnd. Vor anderthalb Jahren wagte sich Bender an ihre erste Motivtorte. „Ich mochte schon immer diese glatten Flächen, die durch den Fondant-Überzug entstehen“, erzählt sie und fügt an: „Fondant ist Zuckermasse.“ Zur Veranschaulichung legt sie bunte Klumpen auf den Tisch, die ziemlich viel Ähnlichkeit haben mit Kinder-Knete. Sie greift sich eine Portion und formt daraus ein Würstchen. Fürs Foto rollt sie es noch aus.

„Meine erste Motivtorte habe ich für mein Patenkind zum Geburtstag gemacht“, erzählt sie. Sechs Fondant-Sterne – für jedes Lebensjahr einen – hat sie damals ausgestochen und auf die Torte geklebt. Das war im Februar 2015. Seither ist die Dekoration üppiger geworden. Torten in Form eines XXL-Burgers, eines überschäumenden Bierkrugs, im Casino-Stil mit Poker-Chips, Spielkarten und Zigarre, als Darth Vader oder mit faustgroßen Wollknäuel für den runden Geburtstag der Mutter, sind in ihrer Küche entstanden. „Am längsten habe ich an der Torte für die Feuerwehr gesessen. Einen Einsatzwagen in Miniatur und einen kleinen Feuerwehrmann habe ich dafür aus Zuckermasse gebastelt.“

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Öffentlich sichtbar sind Benders Torten im Sozialen Netzwerk Facebook. Unter „Süß und Lecker“ lädt sie regelmäßig Bilder ihrer neuesten Kreationen hoch. Viele „Gefällt mir“-Angaben sind ihr sicher, ebenso Anfragen á la „Kannst Du mir auch so eine machen?“ Da sagt Bender selten nein, legt aber Wert darauf, das Tortenbacken nicht gewerblich zu betreiben. Aufträge nutzt sie zum Üben und nimmt sie momentan nur aus ihrem Bekanntenkreis an. Glücklich, wer hier dazu gehört!

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