Langstadt schlägt sich wacker

1300 Zuschauer sehen Lilien-Gastspiel

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Langstadt - Das Ergebnis war nur Nebensache: Bundesligist SV Darmstadt 98 hat am Freitagabend sein Freundschaftsspiel beim TSV Langstadt standesgemäß mit 16:0 (7:0) gewonnen. Von Jens Dörr 

Vor allem nach der Pause zeigten die Lilien vor 1 300 Zuschauern im Babenhäuser Stadtteil einige schöne Kombinationen. Dennoch durfte auch der acht Klasse niedriger spielende Turn- und Sportverein mit dem Verlauf seines größten Spiels seit vielen Jahren zufrieden sein. Einen Schulterklopfer gab es für die Langstädter nicht nur, weil sich der A-Ligist im Spiel gegen den Bundesligisten SV 98 Darmstadt besonders in der ersten halben Stunde äußerst beachtlich verkaufte. Gegen die millionenschwere Übermacht aus dem deutschen Oberhaus holzten die Langstädter das Leder bei Ballgewinn mitnichten nur nach vorn, zeigten ihrerseits gar in Ansätzen eigene Spielzüge. „Einer der Darmstädter hat meinem Spieler gar zugeraunt, sie sollen jetzt mal mit dem Fußballspielen aufhören“, meinte TSV-Coach Mark Schierenberg, der durchaus stolz auf seine Mannschaft war. Nach schwacher Anfangsphase – den Lilien gelangen in den ersten 30 Minuten lediglich drei Tore – hob es sogar 98er-Coach Norbert Meier kurz für einige Anweisungen aus dem Stuhl. Die restliche Partie verlebte der neue Darmstadt-Trainer indes im Sitzen und entspannter, da seine Elf nach und nach ins Rollen kam.

Während sich auf dem Rasen besonders die Lilien-Stürmer Sven Schipplock und Antonio-Mirko Colak, die jeweils sechsmal trafen, für das Bundesliga-Derby nächsten Samstag gegen die Frankfurter Eintracht warm schossen (die vier weiteren Darmstädter Tore erzielten Florian Jungwirth, Denys Oliinyk, Benjamin Gorka und Änis-Ben Hatira, für Langstadt vergab nach zwei Minuten Fabian Schildbach die einzige Chance), lief es abseits weitgehend rund. (Mit Ausnahme einer Handvoll pöbelnder Eintracht-Fans. Sie hatten es verbal insbesondere auf die Ex-Frankfurter Marcel Heller und Ben-Hatira abgesehen.)

Auch wenn der TSV bei den an manchem Stand frühzeitig zur Neige gehenden Würstchen etwas sparsam kalkuliert hatte und direkt vor dem Einlaufen vor den überdachten Zuschauerplätzen auf Höhe der Mittellinie der Rasensprenger anging; derlei kleine Malheure trübten den positiven Gesamteindruck des friedlichen Abends kaum, an dessen Ende die Langstädter die Profis vom Böllenfalltor noch bekochten und draußen Dutzende eine Party zu DJ-Musik feierten. Wer die Höhe der von den Darmstädtern verlangte Antrittsgage kennt, kann sich zudem ausrechnen, dass ob des genannten Zuschauerzuspruchs und der hohen Nachfrage nach Speisen und Getränken unter dem Strich ein ordentliches Plus hängen geblieben sein dürfte – weitere Kosten für Einkauf, Sicherheitsdienst, Technik und Schiedsrichtergespann hin oder her.

Bilder: Darmstädter Auftaktpleite in Köln

Der Gewinn des Freitags soll dem neu gegründeten Förderverein unter dem Vorsitz von Christian Segeth zugute kommen. Stichwort Segeth: Seine Frau Kerstin ist eine von drei gleichberechtigten TSV-Vorsitzenden, übernahm am Freitag zusammen mit Daniel Giewolis (der vor allem die Aufstellungen verlas) die Moderation und war auch ansonsten intensiv in die Organisation – auch durch ihre Kontakte zu Darmstadts Sportleiter Holger Fach – eingebunden. In Nina hatte die Tochter von Christian und Kerstin Segeth die Ehre, die Mannschaften und das Schiedsrichtergespann aufs Feld zu führen – mit stolzer Brust und dem Spielball in der Hand.

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