Mensch-Hund-Teams der Hovawart-Freunde

Meister des Gehorsams gesucht

Babenhausen - Auf dem Gelände der Hovawart-Freunde Rhein-Main bei Harreshausen werden Anfang September die Deutschen Meisterschaften im Obedience ausgetragen. Von Norman Körtge 

Warten auf den Befehl: Hoch konzentriert fokussiert „Jafah“ ihr Frauchen Michaela Herold bei einer Obedience-Übung. Im Hintergrund „Ringsteward“ Katharina Hilarius.

„Babuschka von den Angelfranken“, Rufname „Jafah“, freut sich sichtlich auf die anstehende Aufgabe. Zusammen mit ihrer Besitzerin Michaela Herold steht die achtjährige Hündin auf dem Vereinsgelände der Hovawart-Freunde Rhein-Main zwischen Babenhausen und Harreshausen und kann es kaum erwarten, dass endlich der Befehl kommt. Der schwarzmarke Hovawart ist hoch konzentriert, fokussiert sein Frauchen, die schließlich das Zeichen gibt, dass die Hündin das einige Meter rechts hinter ihr liegende Apportierholz holen soll – und nicht das weiter links platzierte. „Jafah“ dreht sich blitzschnell um, sprintet zu dem Holz und bringt es ebenso geschwind zu Herold. Aufgabe erfüllt.

Die Entscheidung, welches Holz „Jafah“ holen sollte, hat zuvor Katharina Hilarius getroffen, die die Aufgabe des sogenannten Ringstewards für das Training übernommen hat. Genau so, wie es auch am Samstag, 3. September, auf dem Gelände unweit des Tierheims sein wird. Dann werden dort für Hovawarte die Deutschen Meisterschaften im Obedience (englisch für „Gehorsam“) ausgetragen. Herold und „Jafah“ gehören zu den insgesamt 16 teilnehmenden Teams.

Zirka 15 Minuten dauert der Wettkampf für jedes Team, in dem verschiedene Prüfungen absolviert werden müssen. „Die Reihenfolge und den Ablauf gibt jeweils der Ringsteward vor“, erklärt Herold, zugleich Übungswartin bei den Hovawart-Freunden, eine der Besonderheiten. Ein „Schema F“ gibt es nicht. Aber das sei auch genau die Herausforderung, die Obedience so spannenden und abwechslungsreich mache. Es sei eine ruhige Sportart, führt Herold aus, die seit 1996 mit von der Partie ist. Das Mensch-Hund-Team führe die Übungen dabei nicht einfach nur aus, sondern muss im Wettkampf dabei auch eine gute Figur machen. Es bedarf einer regelrechten Harmonie zwischen Zwei- und Vierbeiner beim Führen über den Platz. „Mit Druck funktioniert das nicht“, berichtet Svetlana Gronau, die mit „Easy vom Bergischen Löwen“, kurz „Easy“, ebenfalls für den Babenhäuser Verein bei den Deutschen Meisterschaften antritt.

Zu den Obedience-Übungen gehören neben dem Apportieren auch das Vorrausschicken in eine durch Pylonen markierte Fläche oder die Distanzkontrolle, bei der die Hunde aus bis zu 15 Metern Entfernung zugerufene Befehle wie „Sitz“, „Platz“ oder „Steh“ ausführen müssen, ohne sich dabei von der Stelle zu bewegen. Auch der Geruchssinn wird getestet. Dabei gibt der Ringsteward dem Hundeführer für wenige Sekunden ein Hölzchen in die Hand, das anschließend zu einer Reihe anderer Hölzchen gelegt wird. Der Hund muss das Richtige erschnüffeln.

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Den Hovawart – wahrscheinlich stammt der Name aus dem Mittelalter, als er als „Hofwart“ zum Schutz von Höfen beitrug – beschreibt Herold als eine sehr ursprüngliche Rasse, die nicht „leichtführig“, aber mit großer Freude sehr arbeitswillig sei. „Sie wollen beschäftigt und gefordert werden – körperlich wie geistig“, sagt Herold. Das sei auch der Grund gewesen, warum sie vor 20 Jahren zum Obedience und zu dem 1989 in Babenhausen gegründeten Verein Hovawart-Freunde Rhein-Main gefunden habe.

Ein weiter Charakterzug fasziniert Gronau: „Sie haben ihren eigenen Kopf und hinterfragen schon einmal: Willst du wirklich, dass ich das jetzt mache?“

Die Deutschen Meisterschaften im Obedience des Rassezuchtvereins für Hovawart-Hunde finden am Samstag, 3. September, ab 9 Uhr auf dem Gelände der Hovawart-Freunde Rhein-Main bei Harreshausen statt. Mehr Infos zum Babenhäuser Verein unter www.hovawart-freunde.de.

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