Der „Engel“ ist auf und davon

Nachmieter für Café in der Bummelgass’ gesucht

Babenhausen - Von heute auf morgen war es zu, das Café Engel in Bummelgass’. Nun suchen die Hauseigentümer nach einem neuen Mieter. Von Norman Körtge 

„Zu vermieten“ steht auf dem Schild im Fenster. Das Café Engel in der Bummelgass’ ist bereits seit ein paar Tagen geschlossen – zur Überraschung vieler Babenhäuser.

Der Vorstand und die Mitglieder des TV Babenhausen gehörten zu ihrem Leidwesen zu den Ersten, die mitbekamen, dass das Café Engel in der Fahrstraße seine Pforten geschlossen hat; plötzlich, ohne Vorankündigung. Eigentlich hatte der Turnverein dort, am Ort seiner Gründung, an seinem Gründungstag, dem 3. Oktober, mit einem Frühstücksbrunch das 125-jährige Vereinsbestehen feiern wollen. Pustekuchen. Denn Kuchen und Kaffee waren dort bereits Tage zuvor schon nicht mehr angeboten worden. Nur durch Zufall erfuhr der TVB-Vorstand, dass die bisherige Mieterin ihre Sachen gepackt hatte. Dies ärgerte nicht nur den Turnverein, sondern auch Heinrich Köcher. Zusammen mit Hans-Peter Hartmann gehört ihm die Immobilie inmitten des verkehrsberuhigten Teils der Fahrstraße, der Bummelgass’ im Herzen der Altstadt. „So geht man mit einem Verein nicht um“, sagt Köcher. Hartmann und er hatten von dem geplanten und von ihrer ehemaligen Mieterin zugesagten Brunch erst spät erfahren.

Bereits Anfang September hatten sie ihr die Kündigung ausgesprochen. Ausstehende Mietzahlungen sollen nach Aussage von Köcher der Grund dafür gewesen sein. Mit der Kündigung endete schließlich nach noch nicht einmal einem Jahr die Ära des Gebäudes als Café Engel. Um so mehr trauern Köcher und Hartmann dem Café König und Inhaberin Carmen König hinterher. Sie hatte dort 2011 nach der grundlegenden Sanierung des Gebäudes – einer „Bauruine“ wie Köcher selber sagt – ihr Geschäft eröffnet. „Es war so ein schnuckeliges Café. So richtig anheimelnd“, erinnert sich der Mit-Eigentümer. Sie habe da ganz viel Herzblut reingesteckt. Aus familiären Gründen habe König dann nach vier Jahren ihr etabliertes Café abgeben müssen. „Leider“, wie Köcher nun nach dem Desaster mit der Nachmieterin betont.

„Man braucht da einen richtigen Pächter. Am besten zwei Personen“, meint Heinrich Köcher. Dass das Café an der Stelle mit der richtigen Einstellung laufe, habe bereits Carmen König unter Beweis gestellt. Allerdings können sich Hartmann und Köcher auch vorstellen, dass in das Erdgeschoss nun auch Büroräume oder ähnliches kommen. Ein neues Café wäre aber eher nach dem Geschmack von Sylvia Kloetzel, der städtischen Wirtschaftsförderin, die im engen Kontakt mit den beiden Eigentümern steht. „Ein Café ist an dieser Stelle ein echter Frequenzbringer“, argumentiert sie.

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Einigermaßen zufrieden zeigt sie sich mit der allgemeinen Situation in der Bummelgass’. Sie hat die Hoffnung, dass es nach dem aktuellen Räumungsverkauf bei Juwelier Ullrich dort bald einen Nachmieter geben könnte. Für andere, sanierungsbedürftige Immobilien, sehe das ungleich schwieriger aus, meint Kloetzel. Allerdings bekommt die Bummeglass’ einen weiteren asiatischen Touch. Nach dem dort unlängst ein Asia-Imbiss öffnete, folgt nun in einem anderen, bislang leerstehendem Ladengeschäft eine Thai-Massage. „Eröffnung in Kürze“ steht auf einem Schild im Schaufenster.

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