Baupläne sind gemacht

Bahnhof Langstadt: Hoffnung auf Einzug im Jahr 2018

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Im Inneren des Bahnhofs war eine Modellbahn aufgebaut. Mehrere Personen hatten sich zudem ins Bahnerdress geworfen. Im Hintergrund zu sehen ist eine alte, restaurierte Bahnhofsuhr.

Langstadt - Mit dem zweiten Bahnhofsfest hat der Verein „Netzwerk Bahnhof Langstadt“ das Augenmerk im Babenhäuser Ortsteil einmal mehr auf das noch total baufällige, aber von großen Plänen umgebene Bahnhofsgebäude gelenkt. Von Jens Dörr 

Im Erdgeschoss soll Raum für kulturelle Aktivitäten, Veranstaltungen und womöglich ein Café als Treffpunkt entstehen. Das erste Stockwerk soll nach den Plänen des gerade mit der Hochschule Darmstadt (HDA, besonders mit dem Mediencampus Dieburg) bestens verdrahteten Vereins Büro- und Arbeitsräume für angehende Medienschaffende beherbergen. Fürs Dachgeschoss ist eine Wohnung vorgesehen.

Wie berichtet, plant das Netzwerk eine vielfältige Nutzung des vom Groß-Umstädter Bauunternehmer Hans Goll erworbenen Gebäudes, das die Bahn schon seit etlichen Jahren am weiterhin betriebenen (und ab 2018 von zusätzlichen Odenwald-Bahnen angefahrenen) Langstädter Bahnhof nicht mehr nutzt. Über diese grundsätzliche Nutzung sind sich Eigentümer Goll und der Verein als Antreiber des Projekts schon länger einig. Mit Martin Münch äußerte eins der Vorstandsmitglieder des 45 Personen zählenden Vereins die Hoffnung, dass die dann grundlegend sanierte Immobilie 2018 bezogen werden könnte. „Baupläne sind schon gemacht“, so Münch.

Er hat insbesondere zusammen mit seinem Vorstandskollegen Klaus Schüller, der den Verein mit der Hochschule vernetzt und federführend die Ausstattung des potenziellen „Medienzentrums“ im Bahnhofs-Bau plant, unlängst eine weitere wichtige Hürde bei der Entwicklung der Immobilie genommen: die Präsentation vor dem Förderausschuss des Regionalmanagements des Landkreises Darmstadt-Dieburg. Dieses mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft besetzte Gremium hat dem Verein die Maximalförderung seines Vorhabens zugesichert. „Allerdings kriegen wir die erst, wenn wir selbst 150 000 Euro für den ersten Stock vorweisen und einbringen können“, sagt Münch. Geld, das der kleine Verein derzeit natürlich noch nicht hat. „Wir werden auf die Suche nach einem Partner gehen“, kündigt Münch an. Wohl bis September werde man ein Konzept erstellen, das präzisieren soll, wie genau ein solcher Partner am Vorhaben in Langstadt partizipieren könne. Zuschüsse würden im späteren Verlauf auch Bauherr Goll zur Verfügung gestellt, so Münch – stets unter der Maßgabe, dass er die Räumlichkeiten dann dem gemeinnützigen „Netzwerk Bahnhof Langstadt“ für seine Zwecke (als Vermieter) zur Verfügung stelle.

Die Schwere von Konzepten und Finanzierungen war am Sonntag beim Fest selbst allerdings nicht zu spüren – vielmehr die Leichtigkeit des Wochenendes, das sich an seinem letzten Tag nach verregnetem Auftakt wettertechnisch noch einigermaßen versöhnlich präsentierte.

Der Evangelische Posaunenchor Langstadt hatte zu Beginn noch Pech und kaum Zuhörer. Das änderte sich mit dem Auftritt des Kinderchors Langstädter Grundschüler. „Nach zähem Anfang hat der Besuch ab halb zwei angezogen“, meinte Münch. Am Nachmittag spielten Let-Swing (Groß-Umstadt/Dieburg) sowie Artwhy aus Berlin. Die Musiker, die sich besonders dem Indie-Pop verschrieben haben, hatten sich auf eine Ausschreibung des Vereins auf einer Bandplattform im Internet beworben, neben drei weiteren Gruppen. Das „Netzwerk Bahnhof Langstadt“ wählte Artwhy aus, die sich trotz kaum nennenswerter Gage auf den langen Weg machten. „In unserer Satzung steht, dass wir mit Künstlern aus der Region, aber auch darüber hinaus zusammenarbeiten wollen“, erläuterte Münch. Erneut dabei war der Groß-Umstädter Matthias Brand, an dessen Stand Kinder mit Naturprodukten Ketten kreieren konnten. Im Inneren des Gebäudes war erneut eine Modellbahn aufgebaut, mehrere Personen waren zudem im Bahnerdress zugegen. Zu sehen war auch eine alte Bahnhofsuhr, die ein Lokführer aus Babenhausen restauriert hatte. Außerdem stellte sich der Nabu mit einem Stand vor.

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