In Tihana Posavec-Hennigs steht Verein vor

Erstmals führt eine Frau  Germania Babenhausen

Babenhausen - Die Zügel der SV Germania hält erstmals eine Frau in der Hand: Künftig wird Tihana Posavec-Hennigs die Geschicke des Vereins leiten. Das haben die Mitglieder bei der Wahl einer neuen Führungsspitze entschieden. Der Jugendleiter-Posten ist jedoch noch vakant. Von Jens Dörr

Der SV Germania Babenhausen hat am Dienstagabend die personellen Weichen für die Zukunft gestellt: Mit erfolgreichen Neuwahlen in einer Außerordentlichen Mitgliederversammlung im „Germania-Treff“ auf dem Vereinsgelände am Ostheimer Hang wahrte die Germania nach turbulenten Wochen samt einer gescheiterten Fusion mit dem SV Sickenhofen und Rücktritten fast aller Führungskräfte ihre Geschäftsfähigkeit. Erstmals in seiner 104-jährigen Geschichte wird Verein dabei von einer Frau geführt: Die Mitglieder wählten Tihana Posavec-Hennigs zur Ersten Vorsitzenden.

Dies kam etwas überraschend, da Posavec-Hennigs – Frau des Germania-Ehrenvorsitzenden Jürgen Hennigs – zunächst für die Position der Rechnerin gehandelt worden war. Diese hatte sie in einem früheren Germania-Vorstandsteam schon einmal bekleidet. Als Kandidat für das Amt des Ersten Vorsitzenden hatte vielmehr Filippo Scinardo gegolten. Der Unternehmer, der ein Autohaus betreibt, der einst die Germania-Jugend durchlief, später auch aktiv für den Verein spielte und zwischenzeitlich beim SV Bianco Rossi mitwirkte, zählt ebenfalls zum neuen Vorstandsteam. Allerdings tritt Scinardo nicht in die Fußstapfen des im Frühjahr zurückgetretenen langjährigen Ersten Vorsitzenden Normann Pachl, sondern als Rechner in jene von Christian Hockemeyer. Er stand wie erwartet am Dienstagabend nicht mehr zur Wahl.

Auch für weitere Positionen hat die Germania neue personelle Lösungen gefunden. Zweiter Vorsitzender wird Robin Gallette, der im Verein bereits als Jugendtrainer aktiv ist. Antonio Coppoleccia, der wie erwartet Vorsitzender des Spielausschusses wurde und an der Suche nach einem neuen Vorstandsteam wesentlich mitgewirkt hatte, sagte nach der Versammlung über Gallette: „Sein großes Interesse ist es, dass es mit dem Junioren-Fußball bei der Germania weitergeht – und das am Standort Babenhausen.“ Gerade der Plan, nach der Fusion auch die Germania-Jugendteams in Sickenhofen trainieren und spielen zu lassen, hatte einige Fusionsgegner um Coppoleccia, Jürgen Hennigs und Tihana Posavec-Hennigs massiv gestört. Nun ist endgültig weder mit der erneuten Aufnahme von Fusionsverhandlungen noch mit einem Umzug von Germania-Aktiven oder -Junioren nach Sickenhofen zu rechnen. Ausnahme: Bei den B-Junioren bilden die beiden Vereine auch in der kommenden Saison eine Jugendspielgemeinschaft. Zudem liegen der Germania bislang Abmeldungen von zehn Aktivenspielern (aus Reihen der zweiten Mannschaft) vor, die in der neuen Runde für Sickenhofen auflaufen wollen.

Ober-Roden siegt im Derby gegen Babenhausen: Fotos

Zu Beisitzern im Germania-Vorstand wurden am Dienstagabend Peter Quast (war schon vorher im Amt) und Sascha Emrich gewählt. Als Kassenprüfer fungieren Sabine Frank und Klaus Ankenbrand, Stellvertretender Kassenprüfer ist Manuel Kneissl. Ankenbrand ist noch kommissarisch als Jugendleiter im Amt. Ein Nachfolger wurde am Dienstagabend nicht gefunden. Hoffnungen setzt die Germania in ein Treffen mit Jugendtrainern in der kommenden Woche. Vakant blieb am Dienstag zwar auch noch das Amt des Geschäftsführers; es soll bei der nächsten Mitgliederversammlung über eine Satzungsänderung wahrscheinlich aber ohnehin abgeschafft werden.

Germania gewinnt Derby gegen Sickenhofen

Rubriklistenbild: © ey

Kommentare