Städtischer Präventionsrat und Arbeiter-Samariter-Bund arbeiten Hand in Hand

Sich begegnen und verstehen

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Deutschkurse gehören zum Angebot in der Erstaufnahmeeinrichtung.

Babenhausen - Dank vieler Akteure ist das Angebot für die in der ehemaligen US-Kaserne lebenden Flüchtlinge groß. Oberstes Ziel: Integration.

Die Einwohnerzahl der in einem Teil der ehemaligen US-Kaserne in Babenhausen untergebrachten Flüchtlinge geht weiter zurück. 123 Asylbewerber sind mit Stand gestern dort noch untergebracht. Darunter sind 39 Kinder, aufgeteilt auf elf Familien. Zur Erinnerung: Im April wohnten 640 Flüchtlinge in der Außenstelle der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung Gießen (HEAE). Zeit zum Durchschnaufen und zum Bilanzieren, was in den vergangenen Wochen und Monaten geleistet worden ist – allem voran in der Zusammenarbeit zwischen dem städtischen Präventionsrat und dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), der die HEAE betreibt.

Wie Bürgermeister Joachim Knoke berichtet, standen von Beginn an Aufklärung und Integrationsimpulse auf der Agenda. Zu Ersterem gehört es unter anderem, Grundregeln im Straßenverkehr zu vermitteln: Beispielsweise, dass es zum sicheren Überqueren von viel befahrenen Straßen Ampeln und Querungshilfen gibt. Um in Sachen Integration keinen „doppelten Aufwand“ zu betreiben, hab es bereits früh gemeinsame Sitzungen zwischen Präventionsrat und ASB gegeben, um sich fachlich auszutauschen.

Während der ASB einen Frauentreff und einen „Offenen Treff“ mit Angeboten für Jugendliche und Erwachsene und eine Kinderbetreuung initiierte sowie ehrenamtlich in verschiedenen Kursen die deutsche Sprache vermittelte, nahm die Stadt am Programm „Sport und Flüchtlinge“ der Sportjugend in Kooperation mit dem Innenministerium teil. „Im Rahmen dieses Programms haben sich drei Sport-Coaches gefunden, die die Kommunikation zwischen den Sportvereinen und den Flüchtlingen sowie die Koordination der Angebote übernehmen“, berichtet Knoke. Mehrere Sportvereine sind interessiert. Fußball wird schon gespielt, Judo, Baseball, Tanzen und vieles mehr sei in Planung.

Auch bezüglich der Kooperation mit ortsansässigen Institutionen ist das ein oder andere Projekt am Laufen. So werden in Zusammenarbeit mit der städtischen Kinder- und Jugendförderung regelmäßig Besuche des „Spielmobils“ in der HEAE organisiert. Zusätzlich besuchen jeden Freitag zwischen zehn und 15 Jugendliche aus der Einrichtung gemeinsam mit Betreuern des ASB das Jugendzentrum in der Bürgermeister-Rühl-Straße, um Kontakte zu Babenhäuser Kindern und Jugendlichen zu knüpfen und gemeinsam zu spielen. Zusammen mit der Grundschule im Kirchgarten gab es eine Stadtrallye. Bei einem Rundgang mit Kindern und Jugendlichen aus der HEAE, begleitet von einem Dolmetscher, wurden für junge Leute wichtige Stationen in der „Bummelgasse“ und der Altstadt präsentiert: Rathaus, Bücherei, Hexenturm, Apotheke, Jugendzentrum und auch die Grundschule selbst.

Bilder: So helfen Sie Flüchtlingen in der Region

Ein bereits mehrfach angebotenes Projekt ist das „Gemeinsame Kochen“ von Flüchtlings- und einheimischen Familien sowie Mitarbeitern der ASB-Kindertagesstädte „Wichtelwald“. „Beim Kochen und beim anschließenden Essen entsteht regelmäßig ein reger und freudiger Austausch trotz Sprachbarrieren“, weiß Joachim Knoke.

Die Flüchtlinge in der HEAE bringen sich auch bei der Reinigung des Geländes und darüber hinaus im Kasernenumfeld ein. In Teams sammeln sie nach anfänglichen Schwierigkeiten mit dem deutschen System nun regelmäßig Müll und achten auf die Sauberkeit der Anlage und der Wege, freut sich der Rathaus-Chef. - nkö

Zum Vormerken: Ein „Begegnungsfest“ für Bürger und Flüchtlinge ist für Sonntag, 16. Oktober, von 12 bis 19 Uhr auf dem Gelände der HEAE geplant.

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