Sozialstation Babenhausen Schaafheim

Stolpersteine in Finanzierung

Babenhausen/Schaafheim - Die Sozialstation Babenhausen Schaafheim hat ihren Wirtschaftsplan vorgestellt. Eine Erweiterung des Angebots wäre wünschenswert, doch gibt es finanzielle Stolpersteine. Von Ursula Friedrich 

Rund 200 Menschen betreut die Sozialstation Babenhausen Schaafheim im Schnitt. Die fürsorglichen gesundheits- und sozialpflegerischen Dienste der gemeinnützigen Gesellschaft ermöglichen es pflegebedürftigen Menschen, in ihrem heimischen Umfeld zu verweilen, statt ein Pflegeheim zum Alterssitz zu wählen. Auch entlasten die 36 Mitarbeiter des ambulanten häuslichen Pflegedienstes Angehörige. „Etwa ein Drittel unserer Patienten lebt in Schaafheim“, sagte Geschäftsführer Sebastian Fuß, der den Wirtschaftsplan 2016 der Sozialstation nun den politischen Gremien vorstellte. Das Zahlenwerk ist recht unspektakulär. „Wir haben uns bei 1,35 Millionen Euro Jahresumsatz eingependelt“, sagte Fuß. Es wird solide gehaushaltet, Veränderungen gegenüber 2015 ergeben sich kaum. Trotz Tarifanpassungen bleibt der größte Kostenbatzen, die Personalausgaben, nahezu konstant (1,16 Millionen Euro). Im Erfolgsplan rechnet Fuß mit einem leichten Gewinn in diesem Jahr, etwa 18.500 Euro Überschuss werden erwartet.

Doch die Sozialstation muss auch Investitionen tätigen. Zwei der Kleinwagen, die das Fachpersonal von A nach B befördern, sollen durch Neuwagen ersetzt werden. 19 Autos zählen zur Fahrzeugflotte. Eventuell wird ein Größeres angeschafft, das Rollstuhl tauglich umgebaut werden müsste. Das zusätzliche Angebot des Pflegedienstes für demente Menschen wird sehr gut angenommen. Es gibt inzwischen drei Demenzgruppen, in denen sechs bis acht Personen betreut und gefördert werden – eine dieser Gruppen ist explizit für Menschen mit türkischen Wurzeln. Ziel ist es, die Fähigkeiten Demenzkranker so lange wie möglich zu erhalten, soziale Kontakte zu festigen und die pflegenden Angehörigen zu entlasten.

Wofür die Deutschen ihr Geld ausgeben

Wegen der steigenden Nachfrage für dieses Angebot wird über eine Gruppenerweiterung nachgedacht. Stolperstein: Die von der Stadt Babenhausen üblicherweise fließende Unterstützung von 6 000 Euro im Jahr ist derzeit eingefroren. Da die finanziell gebeutelte Stadt keinen genehmigten Haushalt hat, darf sie nur auf Grundlage einer vorläufigen Haushaltsführungen handeln – alle freiwilligen Leistungen werden nicht gezahlt. Fatal ist, dass auch die Zuschüsse des Landkreises Darmstadt-Dieburg (6 000 Euro), erst ausgeschüttet werden, wenn die Stadt ihren Anteil überweist.

ula

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