Von Verteilung der Moleküle bis zu Vulkanismus

Wettstreit des Wissenswerten an der Joachim-Schumann-Schule

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Warum fliegt ein Heißluftballon? Diese Frage beantworteten Johanna Weitzel (links) und Sude Gökce auf ebenso sachkundige wie unterhaltsame Weise.

Babenhausen - Hochmotivierte Schüler, die sich über den normalen Schulbetrieb hinaus engagieren, stellten ihre Projekte vor – hier und da spielte die Technik nicht mit.

Die Veranstaltung beginnt mit technischen Problemen. Das passiert ja gelegentlich und wäre nicht weiter erwähnenswert, würden sie nicht einen baulichen Mangel der neuen Joachim-Schumann-Schule in Babenhausen offenbaren: Das große Glasdach überm schicken Atrium lässt sich nicht verschatten, die Glaselemente sind dazu auch noch so angeordnet, dass sie die Strahlen der schon recht tief stehenden Sonne direkt auf die große Demonstrationsleinwand reflektieren. Ersatzweise wird ein Smartboard herbeigeschafft und in einem schattigen Eck platziert. Erst dann kann Schulleiter Rainer Becker die rund 100 Besucher zu den „Babenhäuser Lichtspielen“ begrüßen. Für das, was Johanna Weitzel und Sude Gökce aus der Klasse 3a der Schule im Kirchgarten zu erzählen haben, brauchen sie sowieso keine Leinwand – sondern einen Toaster, einen gelben Sack und eine Glasplatte voller Rosinen. Letztere dienen dazu, die Verteilung von Molekülen in der Luft in kaltem und warmem Zustand zu demonstrieren, und der Toaster liefert die Heißluft, die den gelben Sack kurz aufsteigen lässt – Applaus!

„Das ist eine Veranstaltung aller Babenhäuser Schulen, sämtlicher Grundschulen, der Schule im Kirchgarten, der Markwaldschule und der Bachwiesenschule, dazu dem Schulverbund aus Offener Schule und Bachgau-Oberstufengymnasium“, erklärt Koordinator Wolfgang Seidl: „Dafür gibt es den Tag der Hochmotivierten, bei dem die Schulsieger ihre Referate vortragen. An der Schule im Kirchgarten etwa werden diese einzelnen Sieger von den Klassen gewählt. An der Offenen Schule muss man sich bewerben, und am Bachgau-Gymnasium machen die Lehrer Vorschläge. Die Veranstaltung gibt’s schon länger, ich bin zum achten Mal dabei. Es braucht dafür schon Schüler, die sich über den normalen Schulbetrieb hinaus engagieren – Hochmotivierte eben.“

Ein kleiner Vulkan wird hereingetragen. Der Ätna? Nein, der Vogelsberg, wie er in lang vergangenen erdgeschichtlichen Zeiten einmal aussah. Über den Ätna und die Landwirtschaft auf seinen Flanken berichtet Annika Heim vom Bachgaugymnasium. Sie nutzt dazu das Smartboard, das eigentlich berührungssensitiv sein sollte, die Referentin aber dennoch dazu zwingt, ihre Powerpoint-Präsentation immer wieder auf dem dahinter stehenden Laptop weiter zu schalten.

Der hat anscheinend dann genug vom Vulkanismus, denn die Präsentation von Emilia Barth, Emely Fischer und Lena Heil über den Vogelsberg muss in den zweiten Teil verschoben werden. Dafür darf Sascha Kolb von der Offenen Schule dann unterhaltsame Kartenzaubertricks zeigen. Eliana Hahn und Leonie Grimm von der Markwaldschule haben ihre Schaubilder zum Thema Krokodile auf einen großen Karton geklebt. Von ihnen lernt man unter anderem: Krokodile sind nicht wabbelig.

Ins gelegentlich krächzende Mikrofon singt Melina Niccum mit starker hoher Stimme „I dreamed a Dream“ aus einem kürzlich aufgeführten Schulmusical, dann geht’s in die Häppchenpause.

In der Zwischenzeit hat ein Techniker des Da-Di-Werks mit dem Laptop ein paar ernste Worte geredet, und so stehen nach der Pause die Chancen gut für den Vogelsberg. Jetzt geht’s etwas kompakter zu. Noah Borger berichtet über die Bundeswehr: Ruben de Jonge (Offene Schule) hat sich aus seinem Hobby Astronomie das Thema Exoplaneten herausgegriffen, und Robert Krömer (Bachgau-gymnasium) krönt den Wettstreit des Wissenswerten mit seiner Abiturarbeit im Fach Erdkunde über industrielle Montage und soziale Bedingungen in Nordmexiko, im Grenzgebiet zu den USA. Den musikalischen Schlussakzent unter die Veranstaltung setzt die Chorklasse der Offenen Schule. (hol)

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