Eindrucksvoller Gastland-Pavillon

Buchmesse Frankfurt: Brasilien zeigt Kurven

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Auf mannshohe Papierstapel wurden Fotografien brasilianischer Autoren gedruckt.

Frankfurt - Der Besucher legt sich mitten unter Holzstämmen in eine Hängematte. Vor sich kann er auf einem Bildschirm Verse des Samba-Poeten Vinicius de Moraes lesen, während per Kopfhörer die passende Musik dazugeschaltet wird. Von Thomas Maier

Im brasilianischen Pavillon auf der Frankfurter Buchmesse gibt es eine kleine Urwald-Installation, sie ist aber ziemlich das einzige Zugeständnis an die Brasilien-Klischees. Stattdessen hat der diesjährige Ehrengast das 2500 Quadratmeter große Forum auf dem Messegelände in eine große Raumlandschaft im Stil des brasilianischen Modernismo verwandelt. Alle Installationen sind kurvig angelegt. Pate stand dafür die berühmte Architektur von Oscar Niemeyer (1907-2012) mit ihren kurvenreichen weichen Formen. Doch anstelle von Niemeyers Stahlbeton haben die brasilianischen Designer Daniela Thomas und Felipe Tassara Tausende von feuerfesten Pappkartons für ihre Installationen genommen - bedruckt und bemalt mit Auszügen aus Werken großer brasilianischer Autoren wie Jorge Amado. Oder mit Comic-Figuren wie der des Zeichners Ziraldo, dem Vater von Daniela Thomas.

Das Forum ist hell und offen angelegt, im Stile einer großen Agora. Dort werden bis zum Sonntag die 70 nach Frankfurt angereisten brasilianischen Autoren lesen. „In Brasilien findet das Leben auf den öffentlichen Plätzen statt. Wir sind kein Land der Zimmer“, sagt Thomas.

Bewusst hat die Designerin das gute alte Druckmedium in den Mittelpunkt gestellt. „Papier ist organisch, es fühlt sich wundervoll an, und es hat dieselbe Temperatur wie unser Körper.“ Der langsame Abschied vom Papier sei jedoch auch in Brasilien, das sich gern als Land der Zukunft sieht, angebrochen.

Frankfurter Buchmesse 2013: Impressionen

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Rund sieben Millionen Euro lässt sich das Gastland Brasilien seinen Auftritt auf der Buchmesse kosten. Erneut hat beim Ehrengast die Auswahl der Autoren für Aufregung gesorgt. Der kommerziell erfolgreichste Autor Brasiliens, Paulo Coelho („Der Alchimist“), hat die Liste scharf kritisiert. Das verstehen wiederum die Koordinatoren des Gastland-Auftritts nicht. Seit Monaten stand Coelho auf der Liste, ließ aber seine Teilnahme offen. Zensur kann man den Organisatoren nicht vorwerfen. Sie haben sogar dafür gesorgt, dass nicht offiziell benannte Schriftsteller ein Reisestipendium bekommen können, wenn ein deutscher Verlag sie einlädt.

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