Heute schon eine Entscheidung?

Stadtverbot für Eintracht-Fans vor Gericht

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Am Luisenplatz in Darmstadt dürfen sich nach jetzigem Stand am Wochenende keine Eintracht-Fans aufhalten.

Darmstadt - Die Sperrzone für Frankfurter Fußball-Fans in der Darmstädter Innenstadt könnte wieder aufgehoben werden. Die Causa Derby Darmstadt 98 - Frankfurt wird inzwischen von Fans aus ganz Deutschland verfolgt.

Update: Das Gericht in Darmstadt hat das Verbot der Stadt gekippt

Das Aufenthaltsverbot für Eintracht-Fans in Darmstadt steht nach massivem Widerstand nicht nur aus Frankfurt auf der Kippe. Dem Verwaltungsgericht Darmstadt liegen vier Eilanträge gegen die umstrittene Verfügung vor - darunter eine vom 40.000 Mitglieder starken Fanclubverband der Eintracht. Die Stadt wurde zu einer raschen Stellungnahme aufgefordert. Eine Entscheidung sei noch an diesem Donnerstag möglich, sagte ein Gerichtssprecher. Morgen um 19 Uhr sollen nämlich jene 36 Stunden beginnen, in denen Frankfurt-Anhänger nicht die Innenstadt von Darmstadt betreten dürfen.

Diese ungewöhnliche Maßnahme hatte die Stadt aus Angst vor Randale ergriffen: Wegen der Ausschreitungen im Hinspiel haben Eintracht-Fans ein Stadionverbot. Die Polizei rechnet dennoch mit 3000 Anhängern, die am Samstag zum brisanten Bundesliga-Derby (Anpfiff 15.30 Uhr) anreisen.

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Die Verfügung hatte nicht nur beim Darmstädter Rivalen in Frankfurt Unmut und Unverständnis ausgelöst, sondern auch bei Rechtsexperten, Fan-Anwälten und Politikern. Die Stadt beruft sich auf das hessische Gesetz über die öffentliche Sicherheit und Ordnung. Die örtliche Kanzlei Lankau gehört zu jenen, die einen Antrag beim Verwaltungsgericht eingereicht haben. "Wir vertreten einen Eintracht-Fan, der in Darmstadt wohnt, einen verheirateten Familienvater", erklärte Anwalt Tobias Timo Weitz der Deutschen Presse-Agentur. "Er fühlt sich zu Unrecht in eine Ecke gestellt und wehrt sich nun gegen eine Sippenhaft wegen Generalverdachts."

Nach Angaben der Polizei Frankfurt gehören bei der Eintracht "mehrere hundert" Fans der gewaltbereiten Szene an. Gegen 33 Personen wurden zusätzlich polizeiliche Betretungsverbote für das Stadion und Bereiche der Innenstadt ausgesprochen. Unter den Lilien-Fans gelten etwas über 100 Anhänger als problematisch. Waltraud Verleih, die als Rechtsanwältin den Fanclubverband in Frankfurt vertritt, hält die Verfügung für unverhältnismäßig: "Das ist ein Grundrechtseingriff." Auch die Organisation "Pro Fans" hat das Aufenthaltsverbot für Frankfurter Anhänger massiv kritisiert. 

Frankfurt und Darmstadt - zwei Fußballstädte im Vergleich

Zur Sicherheitsdebatte rund um das Aufeinandertreffen der abstiegsbedrohten Erstligisten wollte Darmstadts Trainer Dirk Schuster am Donnerstag nichts sagen. "Bitte lasst uns über Sport reden", meinte er. "Wir haben die Randnotizen ein wenig wahrgenommen, aber unsere Aufgabe ist der Sport." Kapitän Aytac Sulu wäre es sogar am liebsten, die vom DFB-Sportgericht ausgeschlossenen Frankfurter Anhänger dürften am Samstag live am Böllenfalltor dabei sein. "Als Fußballer willst du Stimmung im Stadion haben. Und mit zwei Fanlagern auf den Rängen macht es mehr Spaß", sagte er dem "Kicker". (dpa)

Darmstadt gegen Eintracht: Formcheck vor dem Hessenderby

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Nein, das ist purer Aktionimus. Wer wirklich auf Randale aus ist, lässt sich auch davon nicht abhalten.
52.42%
Ja, so werden Frankfurter Fan-Ansammlungen vermieden. Die Polizei dürfte damit die Situation besser unter Kontrolle haben.
47.57%

Quelle: DA-imNetz.de

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