Antoine de Smet schwelgt in Erinnerungen

Musikbegeisterter Weltbürger

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Der Sänger Antoine de Smet hat noch viel vor. 

Dietzenbach - Er hat vieles erlebt: von der Armee über leitende Positionen in der Wirtschaft bis hin zum eigenen Übersetzungsbüro. Aber unterm Strich kennzeichnen drei ganz andere Passionen Antoine de Smets Leben: Sprachen, Tanz und vor allem der Gesang. Von Tobias Frohn 

Antoine de Smet wurde 1933 im belgischen Gent geboren. Ist in einem katholisch geprägten Umfeld aufgewachsen, besuchte eine katholische Schule und trat mit acht Jahren dem Kinderchor des benachbarten Dominikanerklosters bei. Dort lernte er die Grundlagen des Gesangs: Und seine Leidenschaft war geboren. Trotz seiner Geschäftigkeit hat er sich diese Passion stets erhalten, hat sie nie verloren: Nach Umwegen über die belgische Militärpolizei und einer belgischen Fluggesellschaft – mit längeren Aufenthalten in Korea, mehreren arabischen Ländern und insgesamt neun Jahren im Kongo – kam er schließlich mit Zwischenstopp in London 1986 als Marketingleiter eines französischen Modeunternehmens ins Rhein-Main-Gebiet. Zuerst nach Offenbach und schließlich 1992 nach Dietzenbach, wo er gemeinsam mit seiner zweiten Frau sein eigenes Übersetzungsbüro eröffnete.

„Im Kongo verbrachte ich die schönste Zeit meines Lebens“, sagt de Smet etwas wehmütig. Dort hatte er seine erste Frau und „Liebe seines Lebens“ kennengelernt, „die leider früh verstorben ist“. Der heutige Rentner kann getrost als Weltbürger bezeichnet werden. Neben seiner Muttersprache Französisch spricht er fließend Niederländisch, Englisch und Deutsch, zudem „etwas weniger gut“ Italienisch, Spanisch und sogar Lingála, eine der Nationalsprachen des Kongos. Das spiegelt sich auch in seinem Gesang wider: Nach Engagements in zahlreichen Bands – Good Vibrations, The Happy Oldtime Singers und The Five Pieces – bildet er seit etwa zehn Jahren zusammen mit seinem kongenialen Partner, dem 62-jährigen Pianisten Zlatko Benzar, das Duo Les Polyglottes, die Mehrsprachigen. Gespielt werden Lieder von bekannten Interpreten in verschiedenen Sprachen. Auch eine CD hat das Duo in Eigenproduktion bereits veröffentlicht. „Wir machen Musik nicht des Geldes wegen, sondern weil es uns Freude macht“, sagt de Smet, der am liebsten Lieder von bekannten Jazz-Interpreten und französische Chansons singt. Als Vorbilder nennt er Persönlichkeiten wie Frank Sinatra, Bing Crosby und Tony Bennett – aber auch den König des Rock’n’Roll, Elvis Presley.

So wirkt Musik auf unseren Körper

Ende der 90er Jahre begleitete de Smet mit seiner ehemaligen Band Good Vibrations eine Dietzenbacher Delegation in die chinesische Stadt Liaocheng. Dort gaben sie ein Konzert vor 3 600 Zuschauern, das sogar das chinesische Fernsehen übertragen hat. 25 Millionen Zuschauer haben den Auftritt damals verfolgt. De Smets persönlicher Höhepunkt war allerdings ein spontanes Duett in Las Vegas. Dort stand er zusammen mit Diana Ross auf der Bühne. „Ein Lichtpunkt in meinem Leben“, sagt de Smet, schwelgt in Erinnerungen. „Wenn ich auf der Bühne stehe, bin ich glücklich“, sagt er weiter und denkt gar nicht daran, das Mikrofon an den Nagel zu hängen. Selbst im Urlaub lässt er es sich nicht nehmen, spontan mit Bands in Hotelbars auf die Bühne zu gehen. „Mein Traum ist es, in einer Bigband zu singen“, gibt er als ehrgeiziges Ziel an. Zudem plant er weitere Musikaufnahmen in Eigenproduktion.

Einmal im Monat spielen Les Polyglottes in Franky’s Restaurant in Bad Soden. Und am Sonntag, 28. August, 18 Uhr, tritt Antoine de Smet zusammen mit Zlatko Penzar beim Kulturfestival im Eckertschen Hof (Darmstädter Straße 23) bei „Dietzebäscher für Dietzebäscher“ auf.

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