Sanierung der Justus-von-Liebig-Straße

Bauarbeiten in drei Abschnitten

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Autofahren ist derzeit an der Justus-von-Liebig-Straße nicht möglich: Noch bis Dezember dauern die Arbeiten im ersten Bauabschnitt an. Zwei weitere folgen.

Dietzenbach - Die Baustelle an der Justus-von-Liebig-Straße hat, wie berichtet, bereits für Unmut bei den ansässigen Gewerbetreibenden und bei Verkehrsteilnehmern gesorgt. Doch wie heißt es so schön im Volksmund: „Was sein muss, muss sein!“ Die Stadt erläutert den Ablauf der Straßensanierung.

Die Sanierung der Justus-von-Liebig-Straße ist seit vielen Jahren überfällig, das bestätigten Gutachten bereits vor Jahren. Seit 2009 ist die grundhafte Sanierung, der laut Bewertungsverfahren (EMI) auf einer Skala von eins bis fünf mit der mangelhaften Note von 4,9 bewerteten Straße, geplant. Die Umsetzung scheiterte bislang an den städtischen Finanzen. Doch der bestehende Mischwasserkanal hat zum einen mit etwa 60 bis 65 Jahren seinen Zenit längst überschritten. Zum anderen ergab die Prüfung der Bausubstanz, dass in naher Zukunft eine Sanierung notwendig wäre, teilt die Stadt mit. Bei allen im Stadtgebiet anfallenden Kanalreparaturen arbeiten die Kreisstadt als Baulastträger und die Stadtwerke als Kanaleigentümer und -betreiber eng zusammen. Die grundhafte Sanierung zum jetzigen Zeitpunkt bündelt kosten- und zeitoptimiert sieben verschiedene Maßnahmen. So können in einem Abwasch neben dem Kanal die Wasser-, Beleuchtungs-, Strom-, Gas-, und Telekomleitungen parallel erneuert werden, obendrauf auch der Gehweg und die Straße. Die Sanierung geschieht in drei Abschnitten, der erste – und gleichzeitig laut Stadt umfangreichste und einschneidenste – dauert bis Dezember. Die Stadt habe bei der Planung darauf geachtet, die effektivste und zeitsparendste Variante zu wählen.

„Der Bau eines Kanals in dieser Größenordnung ist sehr komplex und bedarf zentimetergenauer, laserunterstützter Präzision“, teilt die Stadt mit. Im Idealfall – ohne schwierige Untergrundverhältnisse und Grundwasserandrang – sei es möglich, pro Tag maximal sechs Meter Kanal zu verlegen. Dazu komme erschwerend die Herstellung der Schächte sowie die Anbindung der vielen seitlichen Anschlüsse der angrenzenden Grundstücke. Bei einer Gesamtlänge von 300 Metern frisst der Kanalbau allein zehn Wochen. Der zweite in der Straße liegende Regenwasser-Kanal wird nach städtischen Angaben nicht mehr benötigt, sodass ein einziger neuer Kanal unter der sanierten Justus-von-Liebig-Straße liegen wird. Die parallelen Arbeiten an den Versorgungsleitungen laufen.

Die Bauarbeiter agieren in mehreren Schritten. Als Erstes graben sie ein vier Meter tiefes Loch, sichern es mit einem Stützbau gegen Einsturz und bereiten den Untergrund vor. Anschließend passen sie den Kanal für Rohre mit einem Durchmesser von etwa 70 Zentimetern und einer Länge von drei Metern ein. Dabei kommt für zentimetergenaue Arbeit die Lasertechnik zum Zuge. Im nächsten Schritt betten die Bauarbeiter das Kanalrohr in Sand ein, sodass es sich im Idealfall nicht mehr verschiebt. Darauf folgt die Auffüllung und Verdichtung des Grabens.

Das sind die nervigsten Autofahrer

Eine zeitlich schnellere Sanierung sei logistisch nicht realisierbar: Das dadurch höhere Aufkommen an Baustellenfahrzeugen, -verkehr und sonstiger -logistik würde ein Zufahren von Fremdautos unmöglich machen, eine Vollsperrung ohne Zufahrtsmöglichkeit für das anliegende Gewerbe wäre die Folge, heißt es weiter vonseiten der Stadt. Im Zuge der Bauarbeiten hat ein Ingenieurbüro einen Verkehrsleitplan erstellt, der auch die Verkehrsführung und Umleitungsplanungen abdeckt: „Dabei konnte auf eine Sperrung der Straße nicht verzichtet werden“, teilt die Stadt mit.

Nach anfänglichen Stauproblemen, die auch der Beschilderung geschuldet waren, sei es auf den umliegenden Straßen ruhiger geworden, berichtet Ordnungsamtsleiter Markus Hockling. Bei den kommenden zwei Bauabschnitten wird laut Stadt der Verkehr auf die umliegenden Straßen geführt: „Eine Ab- beziehungsweise Zufahrt über die K174 ist bei den Abschnitten zwei und drei gewährleistet.“ Das ermögliche auch, dass die im Bereich der Straße befindlichen Firmen jederzeit beliefert werden können. (ron)

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