Bürgerbeteiligung ist gefragt

Stadt überarbeitet das Integrationskonzept

+
Issam Ahsayni (von links), zuständig für Zuwanderungsintegration, Integrationsbeauftragte Sonja Hoffmann und Erster Stadtrat Dieter Lang setzen die Teile des Integrationspuzzles zusammen.

Dietzenbach - Die Stadt passt das Integrationskonzept an. Dabei sind die Bürger gefragt. In einer Umfrage können diese anonym ihre Meinungen und Ideen abgeben. Die Befragung wird wissenschaftlich ausgearbeitet und im Oktober präsentiert. Von Ronny Paul 

Dietzenbach ist eine Multikulti-Stadt mit Menschen aus mehr als 100 Nationen. Das friedliche Zusammenleben in diesem Schmelztiegel funktioniert nur mit Toleranz und Integration. So gibt es seit 2012 das Integrationskonzept „Wir bewegen uns“. Darin sind verschiedene Ziele und Maßnahmen für das Zusammenleben der Menschen festgehalten. Das Etablieren unterschiedlicher Arbeitsgruppen zur Umsetzung des Konzepts sei durch gute Verzahnung der Stabsstelle Integration mit Institutionen, Vereinen, freien Trägern, Bildungseinrichtungen und Ehrenamtlichen gelungen, sagt Erster Stadtrat Dieter Lang. Dadurch sei das Thema „Integration“ verfestigt und strukturell weiterentwickelt worden. Allerdings habe aufgrund finanzieller und personeller Ressourcen die praktische Umsetzung ständig neu priorisiert werden müssen. „Wir mussten uns auf einige Bereiche fokussieren“, sagt Integrationsbeauftragte Sonja Hoffmann. Diese seien zum einen die Sprache als Basis der Integration und zum anderen Begegnungen gewesen, „um Vorurteile abzubauen“, so Hoffmann.

Beispiele dafür sind etwa die Unterstützung der Fahrradwerkstatt für Flüchtlinge, Sprach- und Alphabetisierungskurse für unterschiedliche Zielgruppen, interkulturelle Begegnungstreffs, wie das Erzählcafé, das internationale Frauenfest, Kulturabende, der „Tag der Begegnung“, der Einsatz der Integrationslotsen sowie das „Angekommen-Fest“ mit Flüchtlingen. Durch die Teilhabe am Bundesprogramm „Demokratie leben“ hat die Stadt seit vergangenem Jahr und bis 2019 neue finanzielle Möglichkeiten. 80.000 Euro jährlich an Fördergeldern stehen für Projekte gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit zur Verfügung.

Die neuen finanziellen Mittel sowie gesellschaftlich relevante überregionale und globale Veränderungen, so Lang, hätten nun dazu geführt, dass das Konzept überarbeitet und aktualisiert werden solle. Lang nennt die „massive Flüchtlingsbewegung“, Zuwanderer aus Osteuropa und extremistische Gruppierungen als Beispiele. Anhand dieser Veränderungen zeige sich, dass das Integrationskonzept einer stetigen Weiterentwicklung und -bearbeitung bedürfe. Doch der Weg führe nur im Team zum Ziel und sei nicht mit Einzelkämpfern zu machen, sagt Lang. So hat die Stadt im Integrationsbüro um Hoffmann eine neue Stelle geschaffen.

Um Zuwanderungsintegration kümmert sich nun Issam Ahsayni. Der gebürtige Marokkaner hat in Mainz den Abschluss „Master of Arts“ in Politikwissenschaft gemacht und sich in seiner Bachelor- und Masterarbeit mit aktuellen Fragen der Integrationspolitik beschäftigt. Er sagt: „Alle Menschen in der Stadt sollen sich wohlfühlen.“ Um das erreichen zu können, sind Ideen der Bürger gefragt. „Nur zusammen können wir etwas erreichen“, so Ahsayni.

Wer mitwirken möchte, kommt zu einer Informationsveranstaltung am 7. Oktober ins Rathaus (Stadtverordnetensitzungssaal). Dort werde das weitere Vorgehen vorgestellt und auf offene Fragen eingegangen, so Ahsayni. Lang kündigt zudem an: „Zu der Veranstaltung werden auch die Ergebnisse einer groß angelegten Umfrage präsentiert.“ Zwei Fragen können Bürger dort anonym beantworten:

  • „Welche Probleme im Bereich Integration und Zusammenleben sehen Sie in Dietzenbach? Was müsste Ihrer Meinung nach verbessert werden?“
  • „Wie könnte man diese Probleme Ihrer Meinung nach lösen?“

„Mitwirken lohnt sich, es geht um unser Dietzenbach, in dem wir uns gerne und friedvoll bewegen“, appelliert Erster Stadtrat Lang.

Fragen zum Integrationskonzept können Bürger bereits beim Tag der offenen Tür am Samstag, 9. Juli, 12 bis 18 Uhr, im Foyer des Rathauses (Europaplatz 1) stellen. Der Fragebogen liegt unter anderem im Bildungshaus (Rodgaustraße 9) und im Rathaus aus und ist online zu finden auf dietzenbach.de/zusammenleben.

Kommentare