BI gegen Kunstwerk in der Mitte des „Lego-Kreisels“

Hitzige Diskussion um Ratte-Ludwig-Skulptur

Bisher nur ein Entwurf: Gegen Ratte Ludwig auf einem Steinberg am „Lego-Kreisel“ sitzend hat sich eine Bürgerinitiative gegründet.
+
Bisher nur ein Entwurf: Gegen Ratte Ludwig auf einem Steinberg am „Lego-Kreisel“ sitzend hat sich eine Bürgerinitiative gegründet.

Dietzenbach - Unmut wegen einer Ratte: Nun hat sich eine Bürgerinitiative gegen die auf dem Lego-Kreisel geplante Skulptur gebildet. Von Barbara Scholze 

Hitzige Diskussionen um Kunstwerke sind in Dietzenbach üblich. Man erinnere sich an den Streit um das Masaya-Wandbild, das einst ans Rathaus sollte. Oder um die Figur des „Deiwels“, der heute vor dem Museum für Heimatkunde und Geschichte steht. So gewinnt derzeit auch die Debatte um die von der Künstlerin Uschi Heusel entworfene Ratte-Ludwig-Figur, die das Provisorium am „Lego-Kreisel“ in Steinberg aufhübschen soll, an Fahrt. Am Wochenende haben nun Gegner des Kunstwerkes eine Bürgerinitiative (BI) gebildet. Wie berichtet soll nach einem Votum des Magistrats der Innenraum des Kreisverkehrs an der Kreuzung Offenbacher Straße/Theodor-Heuss-/Gustav-Heinemann-Ring durch eine Formveränderung sicherer werden. Darüber hinaus stimmten die Stadträte dafür, eine lebensgroße Ludwig-Figur, auf einem Steinberg sitzend, dort aufzustellen. Das Geld für das Kunstwerk will die Künstlerin mithilfe von Sponsoren selbst aufbringen.

Lesen Sie dazu auch:

Ratte für den „Legokreisel“ bekommt Gegenwind

Fernblick vom Steinberg

„Wir sind für eine andere Gestaltung der bereits beschlossenen Lösung mit der übergroßen Ratte auf einem Steinhaufen“, teilt die Initiative „Bürger gegen den Ratten-Kreisel“ mit. Magistrat und Politik seien aufgefordert, einen Wettbewerb auszuschreiben, an dem sich Künstler und Bürger mit Vorschlägen zur Gestaltung des Kreisels beteiligen können. Darüber hinaus hat die BI 1000 Unterschriftenzettel für die Gegner des Projektes drucken lassen. „Und wir werden sie derzeit in rasender Geschwindigkeit los“, teilt Hans-Willi Willems, Sprecher der BI mit. Fünf Beteiligte haben den Aufruf namentlich gezeichnet. „Aktuell sind wir ungefähr 20 Leute, und es kommen jeden Tag welche dazu“, sagt Willems. Die BI wolle auf jeden Fall verhindern, dass aus dem Lego-Kreisel ein Ratten-Kreisel wird. Zwar habe Bürgermeister Jürgen Rogg vorgeschlagen, durch eine Tafel an der Skulptur den Namen „Steinberg-Kreisel“ festzulegen. Aber das werde sich nicht durchsetzen, befürchtet Willems. „Das beste Beispiel ist das Wort Lego-Kreisel, das bringt niemand mehr aus dem Sprachgebrauch raus.“ Vom Ratten-Kreisel bis zur Ratten-Stadt sei es dann nicht mehr weit. Die Figur habe schließlich einen unästhetischen Grundcharakter und es sei Heusel nicht gelungen, den Charme der Ludwig-Figur zu verdeutlichen.

Unfälle an der Lkw-Schikane

Infos zur Initiative „Bürger gegen den Ratten-Kreisel“ gibt Willems: Tel.: 06074/8033915, hanswilliwillems@web.de.

Beanstandet wird nicht nur der Entwurf selbst, sondern auch das Verfahren: Bei der Entscheidung des Magistrats habe es keinerlei Beteiligung gegeben. Das sei an einem so exponierten Ort nicht korrekt. Obwohl in Dietzenbach eine sehr lebendige Künstlergemeinschaft wirke, habe der Magistrat die Möglichkeit, andere Kunstschaffende zu beteiligen, völlig ignoriert. Auch Bürger seien nicht einbezogen worden. „So schafft man keine Identität“, heißt es. Darüber hinaus seien Sicherheitsfragen zu kurz gekommen. „Die Skulptur stellt eine Ablenkung für Autofahrer dar, Kinder könnten sie als Klettergelegenheit nutzen“, argwöhnt Willems. An einen Zaun als Schutz sei dabei nicht zu denken. Eine Ratte hinter Gittern wolle nun wirklich niemand. Alternativ sei eine entsprechend gestaltete Weltkugel möglich. Willems: „Das würde unsere Stadt aufwerten, die ja damit wirbt, mittendrin im weltweit bedeutenden Rhein-Main-Gebiet angesiedelt zu sein.“

Mehr zum Thema

Kommentare