Kehrtwende am Masayaplatz

Stadt genehmigt Café Central Außenbewirtung auf Probe

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Der Masayaplatz

Dietzenbach - Grau und unbelebt: So kennen die Dietzenbacher den Masayaplatz in der neuen Stadtmitte. Geht es nach den Inhabern des Café Central soll sich das ändern. Und das proben sie nun zwei Monate. Von Ronny Paul 

12.30 Uhr, Café Central, Masayaplatz: Tassen klirren, die Kaffeemaschine zischt, unaufgeregter Jazz klingt aus den Lautsprechern. Zwischen alten Reisekoffern, Streckenplänen von U-Bahnen und Drehscheibentelefonen sind alle elf Tische besetzt. Ein wahres Stimmenwirrwarr. Und zwischendrin: die Inhaber Özkan und Özgür Tatar, die hin und her laufen, sich um die Gäste kümmern. Wer jetzt noch kommt, bekommt erstmal keinen Platz mehr. Dabei würde es sich bei schönem Wetter anbieten, den Kaffee an einem Tisch in der Sonne auf dem Masayaplatz zu trinken. Das war bisher unmöglich. Die Inhaber des Café Central haben lange um eine Genehmigung gekämpft. Nun hat die Stadt nach langem Hin und Her den Brüdern Tatar erlaubt, auf dem Masayaplatz Tische und Stühle aufzustellen. Özkan Tatar ist froh: „Ich bin erleichtert, dass das doch noch geklappt hat.“ Er ist zudem glücklich darüber, dass sich viele Bürger, Politiker und unsere Zeitung für das Café starkgemacht haben.

Die Bemühungen der Brüder bei Stadt und Kreis schienen vergeblich. Der Kreis begründete sein Nein mit der möglichen Störung der angrenzenden Mieter. Die Stadt pochte darauf, dass eine Außenbewirtung im Vertrag explizit nicht vorgesehen sei. Nun die Wende, allerdings mit Einschränkung: „Wir dürfen den Masayaplatz erstmal für zwei Monate auf Probe nutzen“, sagt Özkan Tatar. Ein Anspruch auf eine Verlängerung sei von vorneherein vertraglich ausgeschlossen, berichtet der 29-Jährige. Der Vertrag mit der Stadt verpflichtet die Café-Inhaber dazu, den Masayaplatz sauber zu halten und Tische und Stühle nur zwischen 8 und 21 Uhr aufzustellen.

Probesitzen und -trinken auf dem Masayaplatz: Die Brüder Özgür (von links) und Özkan Tatar freuen sich, dass sie nun Tische und Stühle vor ihrem Café Central aufstellen dürfen. 

Für das Café erstmal keine Einschränkung: „Wir haben nur bis 19 Uhr geöffnet und möchten das auch so beibehalten“, sagt Özkan Tatar. Was nach der Probezeit passiert und welche Bedingungen zu einer Vertragsverlängerung führen, darüber kann er nur spekulieren, sagt aber: „Wir wollen es so machen, dass der Vertrag verlängert wird.“ Vor den Anwohnern jedenfalls hat er keine Angst: „Alle 16 Eigentümer der Häuser Masayaplatz 4 und 6 haben sich für eine Belebung des Platzes ausgesprochen.“ Özkan Tatar hat immer wieder bei der Stadtverwaltung nachgehakt, bis er letztendlich eine Einladung von Bürgermeister Jürgen Rogg bekam und sein Außenbewirtungskonzept vorstellen konnte. Das war Anfang Juni. Zwei Monate später kam dann die überraschende Nachricht: Er dürfe Tische und Stühle aufstellen. „Darauf war ich gar nicht vorbereitet. Ich habe den Vertrag am 2. August bekommen, der besagt, dass ich vom 1. August bis zum 31. September Außenbewirtung anbieten darf.“ Eine Stellungnahme der Stadt zur Kehrtwende folgt.

Schwarz und stark: Perfekter Kaffee ist Geschmackssache

Jetzt heißt es für die Tatars erstmal improvisieren: „Wir sind auf der Suche nach Möbeln, die zu unserem Konzept passen.“ Er wolle jetzt nicht zu viel Geld investieren mit Blick darauf, dass die Stadt später immer noch Nein sagen könnte. Sollte der Vertrag verlängert werden, rechnet der Café-Inhaber mit 15.000 bis 20.000 Euro, die er in die Außenbestuhlung investieren möchte. Das wolle gut überlegt sein, daher arbeite er derzeit an einem Konzept und hoffe, dieses im März umsetzen zu können. „Wir wollen einen Platz schaffen, auf dem es Leben gibt“, sagt Özkan Tatar, „und das gemütliche 60er/70er-Jahre-Flair des Cafés auf den Masayaplatz übertragen.“

Darüber freut sich auch Ismail Zararsiz, seit April Pächter des ehemaligen Pizza-Express im Erdgeschoss der Mobilitätszentrale. Der 31-Jährige darf den Masayaplatz nun zusammen mit dem Café Central nutzen: „Der Platz ist gut, allerdings ist die Beschränkung bis 21 Uhr für uns zu früh.“ Der gelernte Koch baut die Pizzeria derzeit um und plant mit einem neuen Konzept. „Deutsch-Internationale Küche mit dem Motto: frisch, gesund und schnell“, sagt er.

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