Umfahrung der Justus-von-Liebig-Straße

Chaos im Gewerbegebiet: Kunden finden Firmen nicht 

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Firmen haben zur Selbsthilfe gegriffen und eigene Hinweisschilder aufgehängt.

Dietzenbach - Staugebeutelt waren die Autofahrer in und um Dietzenbach ja schon oft in der Vergangenheit. Nun gibt es eine unerwünschte Neuauflage der Warteschlangen im Verkehr. Von Barbara Scholze 

Einen solchen Anblick im Rückspiegel braucht keiner. Die Sanierung der Justus-von-Liebig-Straße erweist sich einmal mehr als Staufalle.

Seit dem 17. August wird die Justus-von-Liebig-Straße in mehreren Bauabschnitten grundsaniert. Schlaglöcher und Risse im Asphalt haben die Instandsetzung dringend notwendig gemacht. Die ersten Arbeiten sollen bis Ende Dezember andauern, dazu ist die Straße von der Einmündung der Kreisquerverbindung (K 174) bis zur Max-Planck-Straße voll gesperrt. Allerdings nur da, der Rest ist frei befahrbar. Die Umleitungsbeschilderung weist allerdings grundsätzlich auf eine „Vollsperrung“ hin. Was sich für die anliegenden Unternehmen so langsam zum Gau entwickelt, versucht doch mancher irritierte Kunde erst gar nicht mehr, die Straße anzufahren. „Das haben nicht wir veranlasst, sondern Hessen Mobil“, sagt Erster Stadtrat Dieter Lang. Das frühere hessische Amt für Straßen- und Verkehrswesen werde immer dann tätig, wenn eine anliegende Landesstraße betroffen ist. Bei den Vorbereitungen habe die Stadt den Vorschlag gemacht, Schilder mit einer Wegbeschreibung aufzustellen, aus denen ersichtlich wird, in welchem Bereich die Vollsperrung liegt. „Das wurde aber leider abgelehnt“, sagt der Erste Stadtrat. Eine Reaktion von Hessen Mobil lag dazu bis Redaktionsschluss nicht vor.

Ausbaden müssen die missverständliche Beschilderung jetzt vor allem die anliegenden Firmen. „Die Situation ist ziemlich schrecklich“, sagt Petra Herbert-Völk, Geschäftsführerin der Getränke Herbert GmbH, die Kunden aus der gesamten Umgebung anzieht. „Von Rodgau, Waldacker oder Dreieich her kommend sieht es so aus, als ob die Straße komplett gesperrt sei.“ Da die Schilder eine Schließung anzeigen, kämen viele Kunde erst gar nicht auf die Idee, eine Umleitung zum Getränkemarkt zu nutzen. Hinzu kämen weitere Erschwernisse. Die Ampel an der Dehner-Kreuzung sei so geschaltet, dass nur wenige Autos bei einer Grünphase durchkommen. „Da stehe ich jeden Morgen im Stau.“ Wer von Dreieich komme und merke, dass er nicht in die Justus-von-Liebig-Straße einbiegen kann, scheitere spätestens an der Waldacker-Kreuzung, weil er nicht links nach Dietzenbach abbiegen darf.

Straßenbauarbeiten beeinträchtigen Firmen: Bilder

Zu leiden haben auch anliegende Geschäftsbetreiber wie Petra Herbert-Völk.

„Wir merken das schon jetzt an unseren Besucherzahlen“, so Herbert-Völk. Dabei sei das erst der Anfang, sollen die Arbeiten doch noch einige Monate dauern. Es gelte also dringend, die Beschilderung zu verbessern. „Vor allem jetzt nach den Ferien, wo der Betrieb zunimmt.“ In diese Richtung tendiert auch Christian Bischoff, Betriebsleiter des Autohauses Kunzmann. „Auch unsere Kunden haben Schwierigkeiten, uns aufzusuchen, solche Rückmeldungen bekommen wir derzeit jede Menge“, sagt er. Wie andere Unternehmen auch, hat das Autohaus an der Baustellenabsperrung ein eigenes Hinweisschild aufgehängt. „Es kann aber ja nicht sein, dass jeder Betrieb seine eigene Zufahrt kennzeichnen muss“, sagt Herbert-Völk.

Auf Eigeninitiative setzt nun auch der Erste Stadtrat: „Wir reagieren und haben zusätzliche Informationsschilder aufgestellt, um die Umleitungswege besser kenntlich zu machen.“ Weitere Hilfsmaßnahmen seien geplant. „Wir sind für jede Idee dankbar.“ Nicht entspannen sollten sich allerdings Ortskundige, die diverse Schleichwege nutzen wollen. Vor allem der kleine Stich der Grenzstraße am Grünabfallsammelplatz darf nach wie vor nicht als Durchfahrt genutzt werden. Dort kontrolliert die Stadtpolizei.

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