Dilara Yanmaz zur Vorsitzenden gewählt

Sprachrohr für die Jugend

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Das sind sie, die Stimmen der Dietzenbacher Jugend: Ania Abdul (von links), Fatimah Butt, Abdulgader Butt, Marius Potapczuk, Dilara Yanmaz, Pascal Bendel, Shumail Ilyas und Chantal Möser. Stadtverordnetenvorsteherin Christel Germer steht ihnen unterstützend beiseite.

Dietzenbach - Was lange währt, wird endlich gut: Der Jugendbeirat der Stadt hat sich bei seiner ersten offiziellen Sitzung konstituiert. Noch aber sind neun Stühle frei. Von Carolin Henneberg 

Endlich, der Jugendbeirat der Kreisstadt hat sich konstituiert. An seiner Spitze: Dilara Yanmaz, Abgesandte der Heinrich-Mann-Schule, die von ihren Mitstreitern am Montagabend für den Vorsitz vorgeschlagen und einstimmig gewählt wurde. Die frisch gebackene Vorsitzende freut sich auf jeden Fall schon mal über ihr Amt und auf die anstehenden Aufgaben, nimmt sogleich ihren Platz an der Stirnseite der Tische im Stadtverordnetensitzungssaal ein: „Ich war schon bei der Arbeitsgruppe dabei und möchte jetzt dafür sorgen, dass wir auch was erreichen. Es war ein hartes Stück Arbeit.“ Dietzenbach habe zu wenig für Kinder und Jugendliche zu bieten, und nie habe jemand deren Stimmen gehört. Das solle sich nun ändern.

Schon seit Jahren wächst bei den Politikern der Kreisstadt – zur konstituierenden Sitzung waren auch Vertreter der Parteien und des Magistrats gekommen – der Wunsch, analog zum Seniorenbeirat, auch der Jugend eine politische Stimme zu verleihen. Die Hessische Gemeindeordnung sieht die Gründung eines Jugendbeirats in Paragraf 8c vor, lässt Kommunen allerdings den Freiraum, entsprechende Regelungen selbst festzulegen.

Im vergangenen Jahr hatte es zur Vorbereitung eine Jugendkonferenz gegeben, zuvor beschäftigten sich zwei Projekte – „Partizipi“ sowie „Mitreden und Mitbestimmen“ – parallel mit verschiedenen Möglichkeiten des Mitspracherechts für junge Menschen. Zuletzt hatte eine zehnköpfige Arbeitsgruppe aus Schülern, Stadtverordneten und Verwaltungsmitgliedern, der auch Yanmaz angehörte, die nun vorliegende Geschäftsordnung für den Jugendbeirat entwickelt (wir berichteten). In der Stadtverordnetenversammlung im Dezember ist diese von den Parlamentariern einstimmig beschlossen worden.

Die Aufgabe des Beirates: Die Interessen der Kinder und Jugendlichen in der Kreisstadt zu vertreten. Auf der konstituierenden Sitzung unter der Leitung von Stadtverordnetenvorsteherin Christel Germer wählten die bisher neun Mitglieder – 20 sollen es einmal werden – neben ihrer neuen Vorsitzenden auch deren Stellvertreter sowie die Vertreter für die jeweiligen Ausschüsse und für das Stadtparlament. „Ich freue mich, dass wir es endlich geschafft haben, den Jugendbeirat zu installieren“, sprach Germer zu Beginn der Sitzung.

Schnell gingen die Wahlen

– die Amtszeit beträgt zwei Jahre – über die Bühne. Alle Entscheidungen waren einstimmig. Neben der 19-jährigen Yanmaz freuen sich Shumail Ilyas von der Arbeitsgemeinschaft der Religionen sowie Marius Potapczuk, Vertreter der IG Sport (SC Steinberg), über die Wahl zu Yanmaz’ Stellvertretern. Weiter ging es mit den Ausschüssen. Gewählt für „Soziales, Kultur und Integration“ sind Chantal Möser vom Waldorfkindergarten und Schulverein sowie ihr Vertreter Abdulgader Butt, der zurzeit beratendes Mitglied ist, in Kürze aber einen Delegiertenplatz einnehmen soll. Den Jugendbeirat im Bauausschuss vertreten in Zukunft Fatimah Butt und Ania Abdul, beide von der Ernst-Reuter-Schule. Zuständig für den Haupt- und Finanzausschuss sind nach den Wahlen Marius Potapczuk und Shumail Illyas. Das Recht, die Anliegen im Stadtparlament vorzubringen, nehmen Vorsitzende Dilara Yanmaz und Abdulgader Butt wahr. Außerdem im Jugendbeirat vertreten sind Pascal Bendel von der IG Sport (TG) und Quassim Lamrini von der Arbeitsgemeinschaft der Religionen.

Von den 20 Plätzen im Jugendbeirat werden elf von Delegierten der Schulen und Institutionen gestellt. Zwei dieser Positionen sind noch frei und sollen mit je einem Vertreter der Helen-Keller-Schule und der Freiwilligen Feuerwehr/DRK besetzt werden. Auf den neun übrigen Stühlen sollen in einem nächsten Schritt direkt von den Jugendlichen der Kreisstadt gewählte Mitglieder Platz nehmen. „Die Wahlordnung muss allerdings noch entwickelt und aufgestellt werden“, erklärt Germer. So sei mit einer Wahl nicht vor dem kommenden Jahr zu rechnen.

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Die nächste Sitzung – vier- bis sechsmal im Jahr wird sich der Jugendbeirat in Zukunft treffen – ist für den 13. September geplant. Bis dahin sei es wichtig zu schauen, wie man den Beirat in der Stadt am besten bekannt machen kann, um das Interesse der Jugend zu wecken und ihr so die neuen Möglichkeiten aufzuzeigen.

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