„Klaa Trinkbornfest“ und CDU-Wiesn locken in die Altstadt

Großes Fest-Wochenende in Dietzenbach

+
Großen Andrang gab es im Hof der Christusgemeinde.

Dietzenbach - Wer gedacht hatte, die Dietzenbacher feiern am traditionellen Wochenende des Trinkbornfestes nicht, den belehren die Christusgemeinde und die CDU eines Besseren. Von Sascha Dreger

Schon seit Jahrzehnten feiern die Dietzenbacher am ersten Septemberwochenende. Diese Tradition lassen sich die Kreisstädter auch durch den Wegfall des Traditionsfestes rund um den Trinkborn nicht nehmen. Im Hof des Museums für Heimatkunde und Geschichte lädt der christdemokratische Stadtverband – zum ersten Mal in der Altstadt – zu seiner traditionellen CDU-Wiesn ein. An weiß-blau geschmückten Tischen lassen sich die Gäste Haxen, Kartoffelsalat und Brezn schmecken, während die achtköpfige Band Soulution für Rhythmus sorgt. „Die Location hier ist toll“, sagt Peter Krammig, der in den vergangenen Jahren an diesem Wochenende immer auf dem Trinkbornfest zu Gast war. „Das könnte man gerne zu einem festen Termin machen.“

Ein paar Hundert Meter weiter – nur einen Steinwurf vom Trinkborn entfernt – hat die Christusgemeinde sich mit dem „Klaa Trinkbornfest“ auf die Fahnen geschrieben, die Tradition nicht gänzlich enden lassen. Die Rechnung geht auf: Der Kirchhof ist proppenvoll mit Besuchern. „Das ist so gemütlich hier, richtig heimelig“, sagt Elke Schott, die das Fest mit Freunden genießt: „Eine schöne Alternative zum Trinkbornfest.“ Da kann ihr Werner Stang nicht zustimmen. Zwar fühlt er sich richtig wohl auf dem Fest, gibt er an, eine echte Alternative aber sei es für ihn nicht: „Das Trinkbornfest war eben das Trinkbornfest“, sagt er, freut sich aber dennoch über die gute Stimmung im Hof der Gemeinde. „Mick Liebig and Friends“ sorgen ebenso wie Onkel Hermann und Norbert „Bolle“ Keim, auf beide Tage verteilt, für die musikalische Untermalung des Festes. Noch mehr Musik gibt es nur zum Handkäs, der neben Hackbraten und Fleischwurst gereicht wird. Auch der verregnete Sonntag hält Besucher und Gemeinde nicht vom Feiern ab: Das Fest wird kurzerhand in den Gemeindesaal verlegt.

Vegetarische Häppchen hält der Freundeskreis Kostjukovitschi bereit. Der Verein lockt mit einem Handtaschenflohmarkt. Beim Stöbern zwischen handgemachten Kunst- und Haushaltsgegenständen aus Weißrussland kommen die Besucher automatisch ins Plaudern über die Arbeit des Vereins. „Es läuft toll, wir haben viele interessante Gespräche“, sagt die stellvertretende Vereinsvorsitzende des Freundeskreises, Tine Hofmann.

Bilder: Fest-Wochenende in Dietzenbach

In gemütlichen Lichterschein getaucht ist der Kirchhof bis in die Dämmerung hinein ein Anlaufpunkt für Besucher. „Mit so vielen Menschen hätte ich nicht gerechnet“, sagt der evangelische Pfarrer Manfred Senft glücklich. Alle Bänke und Tische der Gemeinde sind voll besetzt: „Ich hätte mich gefreut, wir hätten noch mehr Platz gehabt.“

Auch bei der CDU im Museumshof herrscht reges Treiben: Die Besucher sitzen gemütlich bei Gesprächen zusammen, andere tanzen zur Musik der Liveband. Teilweise in Dirndl und Lederhose gekleidet, wird die Geselligkeit zwischen bunt angestrahlten Fachwerkhäusern bis in die Dunkelheit hinein großgeschrieben. „Insgesamt hätten wir uns ein paar mehr Gäste gewünscht“, sagt die stellvertretende Parteivorsitzende des CDU-Stadtverbandes, Marion Kiefer-Schmidt. „Es war trotzdem ein toller Tag und eine gelungene Veranstaltung.“ Sie könne sich gut vorstellen, das Fest im nächsten Jahr wieder im Hof des Heimatmuseums zu feiern.

Bilder: Trinkbornfest in Dietzenbach

Kommentare