Stiftung realisiert das Mehrgenerationenwohnen

Wenn Jung und Alt ihr Leben teilen

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So könnte es an an der Verlängerung der Schnurrestraße Richtung Kleingartenanlage Schilflache vielleicht schon bald aussehen.

Dietzenbach - Der Kaufvertrag ist unterzeichnet, der Bauantrag eingereicht, ein Platz schon lange gefunden: Der Startschuss für das Projekt generationenübergreifendes Wohnen in der Kreisstadt fällt vielleicht schon Ende des Jahres. Von Barbara Scholze 

Nach Jahren der Planung, der Ideenfindung und letztendlich auch etlichen Diskussionen geht das Projekt endlich an den Start. Drei Häuser mit je elf Wohnungen für generationenübergreifendes Wohnen sollen das Baugebiet 70 abrunden. Hochgezogen werden sie in der Verlängerung der Schnurrestraße Richtung Kleingartenanlage Schilflache. Der Kaufvertrag ist nun unterzeichnet, realisieren wird die alternative Wohnform eine Stiftung Helmut Wörners, langjähriger Chef des IT-Unternehmens Controlware. „Wir haben auch bereits den Bauantrag eingereicht“, teilt der beauftragte Architekt Alexander Ziegler mit.

„Ein bedeutendes Vorhaben“ benennt Bürgermeister Jürgen Rogg die Idee, auch in Dietzenbach so zu bauen, dass Jung und Alt unter einem Dach miteinander ihr Leben teilen. Vor allem in Zeiten, in denen sich Werte und Formen des Familienlebens rasch ändern, soll so die Möglichkeit entstehen, dass Generationen sich gegenseitig unterstützen. Die Wohnungen in der Größe von 60 bis 100 Quadratmetern in zwei Häusern will die Stiftung vermieten, die im dritten stehen zum Verkauf. Überdachte, verglaste Außenbereiche zwischen den Gebäuden sollen als Begegnungsbereiche dienen. „Dort können die Bewohner zusammen Kaffee trinken und sich zu Gesprächen treffen“, sagt Ziegler. Zusätzlich will der Architekt im Erdgeschoss kleinere sogenannte Funktionsboxen anlegen, in denen ebenfalls Treffen möglich sind. „Dort kann man mal gemeinsam am Computer arbeiten oder sich gegenseitig das neue Handy erklären.“ Die Idee zum „Generationenwohnen“ hatten ursprünglich die Mitglieder einer Interessengemeinschaft namens „Sonnenuhr“. Gemeinsam mit einem Bauträger legten sie ebenfalls ein Konzept vor, die Entscheidung der Stadtverordneten fiel allerdings zugunsten der Wörner-Stiftung aus.

Umgetrieben hatte die Akteure von Stiftung und Stadt zuletzt die Frage nach möglichen Parkplätzen. Während die städtische Stellplatzsatzung 1,5 Parkplätze pro Wohnung vorsieht, sahen die Planer diese Notwendigkeit nicht. Inzwischen hat sich auch dieses Problem erledigt. „Wir haben ein Doppelparksystem entwickelt, sodass in der Tiefgarage je zwei Plätze übereinander genutzt werden können“, berichtet Ziegler.

"Unverbaute Lage" und "gut erhalten": Das bedeuten Immobilien-Codes

Besonders wichtig ist der Stiftung als Bauherr der Blick auf die energetische Organisation der Häuser. „Wir sind unter anderem in Kontakt mit Professor Manfred Hegger vom Fachbereich Energieeffizientes Bauen der TU Darmstadt, der an seinem Lehrstuhl innovative Energieprojekte entwickelt.“ Abhängig von diesem Konzept wird schlussendlich auch die Fassade gestaltet. „Wie sie dann aussieht, kommt auch darauf an, was mitinstalliert werden muss, etwa in Richtung Fotovoltaik, da warten wir ab, was sich durch die Vorschläge hinsichtlich der Energie ergibt“, teilt der Architekt mit.

Während der Bauantrag nun im Genehmigungsverfahren ist, werfen Spezialisten schon mal einen Blick in den Boden, untersuchen etwa Tragfähigkeit, Grundwasser und Qualität des Grundstücks. Fest geplant haben Stiftung und Architekt Ziegler möglichst zügig eine Informationsveranstaltung für Interessierte. „Sobald die Baugenehmigung vorliegt, legen wir los, ich hoffe, dass es schon Ende des Jahres klappt“, sagt Ziegler.

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