Doppeldecker-Tage am Sandhorst

Fliegende Schätzchen

+
Fast echt: Die Focke-Wulf-„Stieglitz“, eine von vielen fliegenden Schönheiten beim Doppeldeckertreffen.

Dietzenbach - Zum mittlerweile vierten Mal spielte der Flug- und Modellbau Club Dietzenbach übers Wochenende Gastgeber der Doppeldecker-Flugtage. Von Sascha Dreger 

Den durchwachsenen Wetterprognosen zum Trotz lockte die Veranstaltung zahlreiche Modellbauenthusiasten und Zuschauer auf das Vereinsgelände am Sandhorst. „Es ist fast windstill, optimales Flugwetter also“, freut sich Vereinsvorsitzender Ralf Kaiser zum Auftakt der Flugtage. Nach und nach reihen sich die kleinen Flugzeugmodelle auf, die großen – mit teilweise mehr als drei Metern Flügelspannweite zu groß für jeden Kofferraum – werden durch Zusammenbau von Rumpf und Flügeln vor Ort erst flugtauglich gemacht. Während viele Modelle durch Elektromotoren angetrieben, mit leisem Surren in die Lüfte gehen, bieten die Verbrennungsmotoren der großen Flieger eine imposante Geräuschkulisse. In diesem Jahr ist die Modellpalette erstmals auch auf Oldtimer erweitert worden.

Eines haben fast alle Modelle gemeinsam: Sie sind original- und maßstabsgetreue Repliken echter Flugzeuge. So wie das Modell „Tiger Moth“ von Heinz Winter aus Schaafheim. Mit seinem Doppeldecker war er schon öfter in Dietzenbach zu Gast. „Hier ist man mit Freunden und Gleichgesinnten zusammen, das macht einfach Spaß“, erzählt Winter. Zum Einsatz kommen auch sogenannte Baukastenmodelle mit einer Spannweite von nur etwa 35 Zentimetern. Diese werden aus der Hand gestartet und zeigen sich extrem wendig bei Flugmanövern.

Mit 3,25 Metern von einer Flügelspitze zur anderen und einem Gewicht von stattlichen elf Kilogramm ist der Nachbau einer „Ju 52“ (Tante Ju) eines der größten Flugzeuge am Start. Die drei Motoren heben das 2002 gebaute Modell sanft in die Lüfte und lassen es ebenso gemächlich wie das große Original durch den Himmel gleiten. Geräuschlos und ganz ohne Motor, nur durch das Spiel mit der Thermik, steuert Rainer Luniak seinen Segelflieger über das Gelände. Nur zum Start war Hilfe eines motorisierten Schleppflugzeugs nötig. Komplett aus Holz, bringt das 1972 gebaute Modell gerade einmal 1,6 Kilo auf die Waage, bei einer Spannweite von immerhin 2,80 Metern.

Bilder: Doppeldecker und Oldtimer fliegen durch die Lüfte

Die Thermik ist auch für Reinhard Hamburger ein wichtiger Faktor. Im Gegensatz zu seinen Kameraden, deren Flugzeuge ständigen Vortrieb brauchen, ermöglichen die thermischen Verhältnisse und viel Fingerspitzengefühl seinem 8,5 Kilo schweren Motorgleitschirmflieger sogar einen kurzfristigen Stillstand in der Luft. „Wenn uns nicht gerade der Himmel auf den Kopf fällt, sind wir so gut wie jedes Wochenende auf unserem Flugplatz“, sagt der Vorsitzende des rund 150 Mitglieder starken Vereins. Interessierte Besucher, insbesondere Jugendliche, seien immer willkommen – „und treffen stets auf ein offenes Ohr für Fragen rund ums Thema Flug- und Modellbau“, fügt Kaiser hinzu. „Und wenn jemand mal einen Flieger mit steuern möchte, finden wir in der Regel auch eine Möglichkeit“. Informationen und Kontakt zum Verein im Internet.

Kommentare