Investor plant acht Reihenhäuser am alten Bahnhof

Mit einem Zaun gegen Wildparker

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Es ist nicht mehr als ein Zipfel, angrenzend an den Parkplatz am Bahnhof. Dort will ein Investor bauen. Die „wilden“ und gerne genutzten Parkplätze würden dann wegfallen.

Dietzenbach - Auf dem als „Wild-Parkplatz“ genutzten Grundstück am alten Bahnhof will ein Investor Reihenhäuser bauen. Sollte die Stadt das nicht genehmigen, plant er, das Grundstück zu umzäunen. Von Barbara Scholze 

Es ist ein kleines Areal und aufgrund seiner Lage direkt an den S-Bahngleisen vielleicht nicht unbedingt das attraktivste. Dennoch will die Firma „Trimborn und Best“ mit acht Reihenhäusern Wohnraum östlich der Eisenbahnstraße schaffen. Gekauft hat der Investor das Grundstück von der Deutschen Bahn. Unter Voraussetzung, dass die Stadt entsprechendes Baurecht ermöglicht. Doch da hakt es momentan. Wohin mit den Autos der Pendler? Diese Frage bewegt in dem Zusammenhang die Stadtverordneten, unter anderem im Bauausschuss. Dass die regulären 50 Parkplätze nicht ausreichen, ist längst bekannt. Etwa 35 bis 40 Fahrzeuge werden nach Schätzungen des Bauausschuss-Vorsitzenden Harald Nalbach (WIR-BfD) täglich „wild“ auf dem potenziellen Bauland abgestellt. „Was machen wir, wenn diese Plätze wegfallen?“, überlegte er.

Sollte Trimborn bauen können, hat die Verwaltung dazu eine Idee: Rund 30 weitere Abstellmöglichkeiten könnten entlang der Ober-Rodener-Straße und unter der Unterführung mit einem „geringen finanziellen Aufwand“ erstellt werden, heißt es. „Dass dieser Vorschlag jetzt kommt, enttäuscht mich“, sagte Nalbach. Es sei lange klar, dass die Möglichkeiten nicht ausreichten, „und auf einmal heißt es, es ist noch viel mehr möglich“.

Doch ist es nicht eher sinnvoll, auf eine Bebauung zu verzichten, das Grundstück vom Investor zu erwerben und städtischerseits weiteren geordneten Parkraum zu schaffen? Auch diese Version treibt die Politiker um. Was sogleich die Firma Trimborn auf den Plan ruft. Dass die Stadtverordneten sich bisher nicht zu einem entsprechenden Bebauungsplan durchringen konnten, ist dort sauer aufgestoßen. „Das hat uns sehr überrascht“, schreibt Thorsten Trimborn. Die Bauplanung sei unter „erheblichen Kosten“ ausgearbeitet worden. Auch angesichts der Wohnungsknappheit in Dietzenbach sei die Situation nicht nachvollziehbar.

Verrückte Park-Unfälle 

Für den Fall, dass die Stadt das Grundstück tatsächlich erwerben möchte, ruft Trimborn einen Preis auf, der im Ausschuss für Verwunderung sorgte: 320 Euro pro Quadratmeter will das Unternehmen haben, insgesamt 876  160 Euro. „Das kann er unmöglich an die Bahn bezahlt haben, so viel sind höchstens baureife Grundstücke wert“, meinte Nalbach. Auch falls die Stadt nicht kauft und er trotzdem nicht bauen kann, hat der Investor Konsequenzen parat: „Aufgrund der Verkehrssicherungspflicht müssen wir das Grundstück einzäunen“, teilt er mit und setzt Frist bis zum Monatsende.

„Es ist nicht sachdienlich, uns einen Termin zu setzen, wenn Herr Trimborn mit uns in Verhandlung bleiben will“, rügte Rainer Engelhardt (SPD). Auch Nalbach betonte: „Wir haben immer noch Möglichkeiten, damit hat er sich keinen Gefallen getan.“ Indes hat Trimborn und Best die Stadtverordneten zur Besichtigung eines Musterhauses nach Wiesbaden eingeladen. Zuvor wollen sie aber noch Informationen zu den verschiedenen Varianten einholen. Etwa, was es kostet, die Parkplätze auszubauen. Eine Abstimmung im Ausschuss wurde entsprechend verschoben.

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