Zahlen steigen in den nächsten Jahren

Einige Schulen haben zu wenig Platz

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Dietzenbach - Heute beginnt für Kinder und Jugendliche wieder der sogenannte Ernst des Lebens. Die Sommerferien sind vorbei, das neue Schuljahr startet. Dabei ist es an manchen Schulen ganz schön eng. Von Ronny Paul 

Jugendliche der 9c nehmen heute wieder im Biologieraum Platz. Nicht, weil die Ernst-Reuter-Schüler gleich mit naturwissenschaftlichem Unterricht ins neue Jahr starten, sondern schlichtweg, weil das ihr Klassenraum ist. „Wir schieben ein Platzproblem vor uns her“, sagt Georg Köhler, Leiter der Kooperativen Gesamtschule. Zwar habe der rund 250 Quadratmeter große Neubau für vier Klassen zu Jahresbeginn die prekäre Situation etwas gemildert, sagt er, „doch es bleibt dabei, dass wir beengt leben“. Köhler wünscht sich, dass die Biologie- und Physikfachräume wieder in ihre Ursprungsbestimmung zurückgewandelt und „fachgerecht“ genutzt werden können. Derzeit seien mindestens fünf Fachräume an der Ernst-Reuter-Schule (ERS) doppelt belegt.

Der 9G an der Heinrich-Mann-Schule (HMS) geht es nicht anders: Deren Klassen- ist eigentlich auch ein Biologieraum. Schulleiter Hans Peter Löw sagt: Es gebe an der HMS keinen Spielraum mehr, die Raumsituation sei absolut verdichtet: „Sechs Räume würden helfen, den Engpass aufzufangen.“ Abhilfe kommt vom Schulträger, dem Kreis Offenbach. Dessen Sprecherin Kordula Egenolf sagt auf Nachfrage: „Dem Kreis ist bewusst, dass es eng ist“, allerdings seien alle Klassen in Räumen untergebracht. Sie stellt aber auch klar: „Es ist beschlossene Sache, dass die HMS sechs neue Räume bekommt.“ Dafür seien Mittel aus dem „Kommunalen Investitionsprogramm des Landes Hessen“ (KIP) vorgesehen. Löw hofft, dass mit dem Bau noch im nun laufenden Schuljahr begonnen werde. Ob es dann ein An- oder ein Neubau wird, sei noch nicht klar, sagt der HMS-Schulleiter. Derzeit laufe die Ausschreibung für einen Architekten.

Doch Löw denkt schon an die Zukunft, schließlich stellt die Kooperative Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe von G8 auf G9 um, das heißt, auf insgesamt wieder 13 anstatt zwölf Schuljahre. Löw: „Die letzte G8-Klasse verlässt die HMS in fünf Jahren.“ Er prognostiziert: „In Dietzenbach wird die Schülerzahl in den nächsten Jahren steigen.“ Das liege unter anderem am Zuzug von Geflüchteten und an den neuen Wohngebieten wie etwa an der Talstraße.

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Das spürt beispielsweise die nahe gelegene Aue-Schule: Dort gibt es zum neuen Schuljahr fünf erste Klassen. Man habe den Raum der Sozialarbeiterin in einen Klassenraum umgewandelt, sagt Sekretärin Christine Lieberth. Nun sei alles geregelt, jede Klasse im eigenen Raum untergebracht.

Einschulungen in Dietzenbach

  • Heinrich-Mann-Schule: acht neue fünfte Klassen, 196 Einschulungen, insgesamt 1286 Schüler.
  • Ernst-Reuter-Schule: acht neue fünfte Klassen, 183 Einschulungen, 1159 Schüler insgesamt.
  • Rudolf-Steiner-Schule: eine neue Klasse, 29 Erstklässler, 19 in der Eingangsstufe, 427 Schüler insgesamt.
  • Astrid-Lindgren-Schule: drei neue erste Klassen, 63 Einschulungen, 299 Schüler gesamt.
  • Regenbogenschule: drei neue erste Klassen, 85 Einschulungen, insgesamt 245 Schüler.
  • Sterntalerschule: drei neue erste Klassen, 67 Einschulungen, 288 Schüler insgesamt.
  • Dietrich-Bonhoeffer-Schule: drei neue erste Klasse, 60 Einschulungen, insgesamt 340 Kinder.
  • Aue-Schule: fünf neue erste Klassen, 96 Einschulungen, 396 Kinder insgesamt. (ron)

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