Projekt zweier Künstler in der Kreisstadt

Engelskulptur geht auf Reisen

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Wie in der Essener Innenstadt soll auch in Dietzenbach der Pilgerweg des Friedens gemeinsam mit dem Engel der Kulturen beschreitten werden.

Dietzenbach - Er kommt in die Kreisstadt: Der „Engel der Kulturen“. Ein Projekt zweier Künstler. Die Skulptur, die in zahlreichen Städten das friedliche Zusammenleben von Völkern, Religionen und Kulturen symbolisiert, soll während der Interkulturellen Wochen am Sonntag, 9. Oktober, ihren Platz in der Nähe des Europaplatzes finden. Von Barbara Scholze 

Dietzenbach sei ein guter Ort für eine solche Aktion, sagt Sandra Scholz, Ökumene-Pfarrerin des evangelischen Dekanats Rodgau. „Es gibt viel interkulturelles Engagement, das können wir so gut abbilden.“ Ihre Engelsfigur haben Merten und Dietrich in einem längeren künstlerischen Prozess geschaffen und dabei immer wieder die Symbole Kreuz, Halbmond und Stern in Beziehung zueinander gesetzt. Herausgekommen ist schließlich „eine ausgewogene Relation auf einer runden Fläche“, die die Form eines Engels zeigt. „Es wird deutlich, dass keine Gruppe herausgelöst werden kann, ohne dass alle anderen geschädigt werden“, sagt Merten.

In der angespannten Situation zwischen den abrahamitischen Weltreligionen Islam, Juden- und Christentum soll die Figur ein vermittelndes Symbol sein, friedliche Verbundenheit ermöglichen und rechtsextremen Tendenzen entgegenwirken, wünschen sich Merten und Dietrich. Ein Wunsch, dem sich auch in Dietzenbach viele anschließen. Zusammengetan für die Aktion haben sich neben dem Dekanat Rodgau, dem Integrationsbüro des Kreises und dem Kreisausländerbeirat mehrere Vereine und Institutionen der Kreisstadt. Allen voran die Arbeitsgemeinschaft der Religionen (ARD) mit Vertretern der örtlichen religiösen Gemeinden. „Wir wollen zeigen, wie vielfältig und bunt sich die Menschen in Dietzenbach für ein gutes Miteinander einsetzen“, sagt Scholz.

An seinen endgültigen Platz gebracht wird der „Engel der Kulturen“ innerhalb eines „Pilgerwegs für den Frieden“, an dem auch die beiden Künstler teilnehmen. An mehreren Orten macht die Skulptur Station. „Wir wollen Plätze des öffentlichen Lebens aufsuchen, an denen Menschen zusammenkommen“, kündigt die Pfarrerin an. Halt machen die Pilger unter anderem am Trinkborn, am Stadtbrunnen, dem Bildungshaus und dem Innenohr im Spessartviertel. Geplant ist ein vielseitiges Programm mit Musik, Artistik und Redebeiträgen. Den Schlusspunkt setzt das diesjährige Friedensgebet der ARD.

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Den Rahmen des Dietzenbacher Engels schweißen Merten und Dietrich zuvor aus einem Stahlrad heraus. Anschließend gießen sie die Form mit blau gefärbtem Beton aus. Die so entstandene Engelsform findet dann ihren Platz auf Dietzenbacher Boden. Dort brennen die Künstler das Zeichen für die nächste Stadt aus einer weiteren Metallscheibe heraus. Der zuvor gefertigte Stahl-Engel geht auf eine weitere Reise: Versehen mit Ort und Verlegungs-Datum des blauen „Beton-Zwillings“ wird er mit anderen in Jerusalem zu einer Säule aufgeschichtet.

Die Schirmherrschaft über das Projekt hat Landrat Oliver Quilling. Die Finanzierung ermöglichen kirchliche Gelder und Projektmittel des Kreises. Engagiert haben sich auch die ARD-Gemeinden. Wer zu der Aktion beitragen möchte, kann mit dem Engel geprägte Geldstücke als Brosche oder Anhänger erwerben. Weitere Infos: Sandra Scholz, s 0175 7644852, sandra. scholz@dekanat-rodgau.de.

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