Gutes Essen und nette Gespräche

Fest ohne Grenzen im Hessentagspark

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Spezialitäten aus aller Herren Länder galt es beim Fest ohne Grenzen im Hessentagspark auszuprobieren und zu verkosten. - Foto: Towae

Dietzenbach -   Seit mehr als drei Jahrzehnten bringt das Fest ohne Grenzen Bürger gleich welcher Konfession und Nationalität zusammen. Es wird zusammen gespeist, gefeiert, getanzt und sich ausgetauscht. Von Matthias Towae 

Der Hessentagspark anlässlich des Fests ohne Grenzen: ein Tummelplatz. Ein Kulturereignis, das in der Kreisstadt mit ihren über 100 Nationen auf sozusagen fruchtbaren Boden trifft. Feinheiten bei Weltanschauungen und größere Unterschiede in der Sozialisation sind bekanntlich gegeben, das magische Verbindungsglied, das die Lücke schließt und eine Brücke baut, ist Offenheit und Freundlichkeit. Vielleicht ist das auch der Zauber dieses Fests: Man ist unter sich und doch mit der ganzen kulturellen Vielfalt dieser Stadt – konzentriert auf einen Punkt – im positiven Sinn konfrontiert. Auseinandersetzen mit jener geschieht zwangsläufig. Die Besucher des Fests suchten und fanden Kontakt. Sie säumten die Stände der vielen Vereine, die sich präsentierten und neben Information und einem Plausch mit den Mitgliedern auch selbstgemachtes Essen anboten.

Über dem Gelände wehte der Duft von Urlaub. Ferne, die zumindest selten näher ist und auf der Zunge liegen konnte. Nachdem die Nase durch die anregenden Gerüche fest in Beschlag genommen wurde, fand so mancher sich schneller als gedacht in der Schlange vor einem der Vereinsverkaufsstände stehen und wurde währenddessen auch schon einmal zum Kosten einer Speise animiert, bevor der endgültige Essenswunsch aufgegeben wurde.

Zivile Preise knapp über dem Selbstkostenpreis für Geschmackserlebnisse und Genuss versüßten einen dabei gar noch das obligatorische Dessert. Das Rahmenprogramm auf, vor, neben und hinter der Bühne bot ebenfalls für jeden Geschmack etwas: Tanzaufführungen (Verein für Internationale Beziehungen und TSV Dudenhofen beispielsweise), Sackhüpfen (Deutsch-Türkischer Kulturverein) sowie musikalische Beiträge, unter anderem seitens der Trommelgruppe „Ritmo de Kampo“, die afrikanische und lateinamerikanische Rhythmen zu Gehör brachte, wie auch die „Grup Bambaska“, die bis zum Ende die Zuhörer zum Mittanzen und -singen zu verführen wusste.

Bilder: „Fest ohne Grenzen“ in Dietzenbach

An kleine Besucher war obendrein gedacht. Diese konnten sich am Spieleparcours rund um den Spielplatz – organisiert von der Hausaufgabenhilfe Dietzenbach – und dem Kinderschminken am Stand des Vereins für Sport und Gesundheit erfreuen. Daneben versuchten auch die Capoeiristas vom Cordão de Ouro, dem Deutschen Zentrum für Capoeira, Besucher auf sich und ihre tänzerische Kampfkunstdisziplin aufmerksam zu machen.

Einen für sie besonderen Moment, wusste die ehemalige Vorsitzende des Ausländerbeirats, Helga Giardino, zu berichten: Nach der Tombola-Auslosung tauschte eine Dame, die mit einer Saisonfamilienkarte fürs Waldschwimmbad bedacht worden war, spontan ihren Gewinn mit dem einer Familie, die einen Restaurantgutschein gewonnen hatte. Tolle Geste!

Warum der Besuch des Fests ein Muss sein sollte, brachte das Ehepaar Brigitte und Elmar Thönissen auf den Punkt: „Man trifft viele nette Leute hier und wegen des guten Essens“, stellten beide unisono über den zwanglosen Pflichttermin fest. Resümee: Wenn Liebe denn tatsächlich durch den Magen geht, so kann Kultur schlicht und ergreifend nur schmecken…

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