Gegen Bares gab’s neuen Führerschein

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Offenbach/Dietzenbach - Weil er sich in elf Fällen bestechen ließ und gegen Bares Führerscheine an nicht Berechtigte ausstellte, soll ein Heusenstammer nun ins Gefängnis. Das Schöffengericht in Offenbach verurteilte den 36-jährigen G. gestern zu dreieinhalb Jahren Haft. Von Silke Gelhausen-Schüßler 

Er wird höchstwahrscheinlich in Berufung gehen. Vier Mitangeklagte, die als Vermittler und Abnehmer fungiert haben sollen, müssen für Beihilfe zur Bestechung Geldstrafen zwischen 2100 und 9600 Euro zahlen. Der Familienvater räumte lediglich drei der Fälle vor Gericht ein, sein Verteidiger ordnete diese überdies als „minderschwer“ ein. Jahrelang soll er im Kreishaus in Dietzenbach Führerscheine „verkauft“ haben, teils mit Falschbeurkundung im Amt. G. hatte nach Auffliegen der krummen Geschäfte seinen Job in der Zulassungsstelle im Oktober 2013 verloren.

„Er hat sich vorher nie etwas zuschulden kommen lassen, seit dieser Zeit ist sein komplettes soziales Gefüge hinüber“, sagte sein Verteidiger, Rechtsanwalt Paul Franz Weil. Er plädierte für eine milde Strafe, da sein Mandant bereits „genug gestraft worden sei“.

Amtsrichter Manfred Beck und Staatsanwältin Wajia Ayub sahen jedoch auch die anderen acht Fälle als erwiesen an – damit verbunden eine „Fahrerlaubnisgesamtkaufsumme“ über 15.000 Euro, von der nur ein kleiner Anteil an die Vermittler gegangen sein soll. Mit dem Geld habe sich G. über mehrere Jahre eine zusätzliche Einkommensquelle verschafft. Das hätten die umfangreiche Sichtung der Daten über Screenshots aus dem Arbeitsprogramm der Zulassungsstelle sowie die zahlreichen Zeugenaussagen ergeben.

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