Filmdreh untersagt, Schlagstöcke und Messer beschlagnahmt

Polizeieinsatz im Spessartviertel wegen „Osmanen Germania“

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Ein Bild vom Polizeieinsatz im Spessartviertel.

Dietzenbach - Mit etlichen Kräften ist die Polizei gestern Mittag ins Spessartviertel ausgerückt. Grund war eine Ansammlung von 50 bis 60 Personen. Die Gruppierung „Osmanen Germania“ wollte ein Musikvideo drehen.

Mit weit mehr als 30 Einsatzkräften ist die Polizei gestern Mittag gegen 14 Uhr ins Dietzenbacher Spessartviertel ausgerückt, da sich dort 50 bis 60 Personen versammelt hatten. Vor Ort trafen die Beamten auf Mitglieder der Gruppierung „Osmanen Germania“, die mit Waffen und Drogen handeln und sich etwa mit der Rockergruppe „Hell’s Angels“ Auseinandersetzungen liefern soll. Die Hintergründe für das Treffen konnten am Abend nicht eindeutig geklärt werden. Wie uns die Polizei heute Morgen auf Nachfrage bestätigte, wollten die Männer an der Laufacher Straße/Ecke Mespelbrunner Weg einen Film drehen. Die Polizei, die Platzverweise erteilte, sprach von „intensiven Personenkontrollen“. Zu Festnahmen kam es nicht. Es wurden jedoch verbotene Gegenstände wie Teleskopschlagstöcke und Messer sichergestellt. Gegen 16 Uhr war der Großeinsatz beendet.

Nach Recherchen von op-online.de sollte es sich bei dem Filmdreh um ein Musikvideo handeln. Auf Youtube kursiert bereits seit September 2015 ein Clip der Rockergruppierung „Osmanen Germania“. Das Video wurde in Rodgau Nieder-Roden in der Hanauer Straße gedreht. „Wir kommen und übernehmen das ganze Land“, heißt es im Intro des Clips. Anschließend rappt „Remzi“ auf türkisch und deutsch rund zwei Minuten in die Kamera. Anscheinend verfehlt das gewaltverherrlichende „Promo“-Video nicht seine Wirkung. Der Clip hat bereits über 260.000 Aufrufe. Ein weiteres Osmanen-Video soll laut Polizeiaussagen zuvor bereits in Dreieich-Sprendlingen, wo sich auch ein Vereinsheim der Gruppierung befinden soll, gedreht worden sein. Das Spessartviertel mit seinen Hochhäusern sollte gestern als neue Kulisse dienen.

„Osmanen Germania“ unter Beobachtung

Die Gruppierung „Osmanen Germania“ wird von der Polizei in der Region bereits länger beobachtet. Drei Polizeieinsätze sind Ende des Jahres 2015 auf Konflikte im Rockermilieu zurückzuführen. Ende Oktober gab es eine Schlägerei vor dem „Club 62“ am südlichen Ortseingang von Sprendlingen, später eine Ansammlung von gewaltbereiten Männern mitten im Stadtzentrum von Sprendlingen und im November einen großen Polizeieinsatz in der Kaiserstraße in Offenbach.

Hintergrund: Im Rockermilieu ist der „Osmanen Germania“ Boxclub eine schnell wachsende Gruppierung. Diese wurde im April 2015 in Hessen gegründet. Unter den  Mitgliedern befinden sich zahlreiche (auch jüngere) türkischstämmige Migranten. Bundesweit soll die Gruppe laut Medienberichten bereits etwa 20 Standorte besitzen. Treffpunkte der Mitglieder sind aber auch öffentliche Shisha-Bars und Wettbüros.

Archivbilder

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dr

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