Städtische Flüchtlingshilfe arbeitet mit frischer Unterstützung am Konzept

Hand in Hand auf kurzen Wegen

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Abdellah El Hayne (von links), Mitarbeiter Projektstelle Flüchtlinge, Integrationsbeauftragte Sonja Hoffmann und Erster Stadtrat Dieter Lang begrüßen die Praktikantin Vanli Nguyen im Team.

Dietzenbach - Die Zahl der Geflüchteten geht in Dietzenbach zurück. Dafür schreitet der Ausbau des „Hauses der Integration“ voran. Auch personelle Unterstützung gibt es für die städtische Flüchtlingshilfe. Von Barbara Scholze

Die Zuwanderungszahlen sind seit März deutlich zurückgegangen, teilt die Stadt mit. Während im Juni noch zehn Asylsuchende nach Dietzenbach kamen, waren es einen Monat später nur zwei und im August drei Flüchtlinge, die untergebracht werden mussten. „Der Ausbau der Gewerbeimmobilie an der Justus-von-Liebig-Straße 19 zu einem ,Haus der Integration’ schreitet weiter voran“, berichtet Erster Stadtrat Dieter Lang. Gegen Ende des Jahres sollen die 41 Quadratmeter großen „Mikroappartements“ bezugsfertig sein. In dem Gebäudekomplex sind ebenfalls Büros für städtische Mitarbeiter und ehrenamtliche Helfer geplant. Dazu kommen Räume für Schulungen und Veranstaltungen sowie ein Lagerraum für Sachspenden und ein Wäschereiraum. „Die Umbauarbeiten sind voll im Gange“, teilt die Stadt mit. Ein erstes Büro habe die Awo angemietet und bezogen. „Mit dem Konzept wollen wir Zugewanderten nicht nur das Einleben erleichtern, sondern ihnen auch ein Beratungsangebot bieten“, heißt es.

Zusätzliche Unterstützung erhalten künftig auch die Bewohner der Wohnanlage an der Robert-Koch-Straße. Auch sie können sich im „Haus der Integration“ helfen lassen. Finanziert wird das Angebot durch das Projekt „Gemeinwesenarbeit“ des Hessischen Sozialministeriums, beworben hatte sich dafür der städtische Fachbereich „Soziale Dienste“, gemeinsam mit dem Kreis Offenbach. „Wir schaffen ein Umfeld, in dem viele Helfer aus Behörden, Vereinen und sonstigen Organisationen Hand in Hand auf kurzen Wegen zusammenarbeiten können“, sagt Lang mit Vorfreude auf das künftige Domizil.

Unterstützung erhält das Team derzeit durch Vanli Nguyen. Ihren Praktikumsplatz bei der städtischen Flüchtlingshilfe hat die junge Frau unter anderem aufgrund ihrer eigenen familiären Wurzeln sorgfältig ausgesucht. Als Kind von Nachkriegsflüchtlingen des Vietnamkrieges hat sie Beiträge zur Integrationsarbeit in Dietzenbach mit Interesse verfolgt. „Ich bin beeindruckt und positiv berührt zu sehen, wie sich Stadtverwaltung und Einwohner mit viel Engagement um die Flüchtlinge kümmern.“ Dies freue sie deshalb besonders, da nach ihrer Wahrnehmung eine solche Hilfsbereitschaft heute nicht mehr selbstverständlich sei.

Mehr als 6000 Flüchtlinge in Heimat zurückgekehrt

Das Praktikum von Vanli Nguyn dauert bis Ende September und ist Teil ihres sozialwissenschaftlichen Studiums. „Frau Nguyen möchte ihre Zeit bei uns nutzen, um praktische Erfahrung in der Flüchtlingsarbeit zu sammeln und ihr im Studium erlangtes Wissen gewinnbringend einsetzen zu können“, freut sich die Verwaltung.

Wer ebenfalls etwas zur künftigen Arbeit beisteuern möchte, kann dies im Rahmen einer Umfrage erledigen. „In Dietzenbach leben Menschen aus über 100 Ländern. Im Integrationskonzept stehen Ziele, die das Zusammenleben der verschiedenen Menschen in Dietzenbach verbessern“, teilt das Integrationsbüro mit. Nun soll das Konzept überarbeitet werden. Dazu sind Ideen gefragt. Zwei Fragen können Bürger beantworten und damit künftige Impulse setzen: „Welche Probleme im Bereich Integration und Zusammenleben sehen Sie in Dietzenbach?“ Und: „Was müsste ihrer Meinung nach verbessert werden?“. Die Teilnahme an der Umfrage ist anonym. „Mitwirken lohnt sich, denn es geht um unser Dietzenbach“, appelliert Erster Stadtrat Lang. Weitere Informationen gibt es online auf dietzenbach.de. scho

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