Jugendfeuerwehr feiert 50-jähriges Bestehen

1972 kam das erste Mädchen

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Auf einem im Pausenhof der Dietrich-Bonhoeffer-Schule geparkten Leiterwagen der Freiwilligen Feuerwehr haben sich die Nachwuchsfeuerwehrleute zum Gruppenfoto versammelt. Die Aufnahme stammt aus den Anfangsjahren der Jugendfeuerwehr.

Dietzenbach - Seit 1966 gibt es in Dietzenbach eine Jugendfeuerwehr. Sie ist unerlässlich, um Nachwuchs für die Einsatzabteilung zu gewinnen. Neben dem Lernen und Üben wird zugleich auch viel Wert auf Spaß und das Miteinander gelegt. Von Barbara Scholze 

Die Mitglieder sind sehr jung, die Institution wird langsam älter: Die Abteilung Jugendfeuerwehr der Freiwilligen Feuerwehr feiert in diesem Jahr ihren 50. Geburtstag. Grund genug, einen Augenblick inne zu halten, die Entwicklung zu betrachten, in die Zukunft zu denken und ein bisschen anzustoßen – auf einer Akademischen Feier. Auch eine große Übung ist geplant und am 10. September, dem Jubiläumstag, dürfen sich die Dietzenbacher und ihre Gäste auf ein Seifenkistenrennen freuen. „Als die Jugendfeuerwehr 1966 gegründet wurde, hatte sie etwa 19 Mitglieder, damals natürlich alles junge Männer“, erzählt Feuerwehr-Pressesprecher Oliver Schuster. Wie überall sei auch in Dietzenbach der Brandschutz lange eine reine Männerdomäne gewesen. Dann aber habe sich aus der Jugend heraus eine gewisse Vorreiterrolle ergeben. „1972 kam das erste Mädchen dazu und seitdem sind wir immer gut durchmischt von den Geschlechtern her, das war und ist nicht überall selbstverständlich.“

Diese grundsätzliche Gleichberechtigung habe unter anderem die Feuerwehr der Kreisstadt immer stark gemacht. Etwa 30 Mitglieder hat die Jugendabteilung heute, ab zehn Jahren können Mädchen und Jungs Teil der Gruppe werden. „Das ist leider etwas spät“, sagt Schuster. Bei vielen Vereinen startet der Nachwuchs viel früher, so dass mancher bereits gebunden sei. „Wir müssen nicht selten mit den Sportvereinen konkurrieren und zunehmend auch mit den Schulen durch den Nachmittagsunterricht“, so Schuster. Die vor einiger Zeit der Jugendfeuerwehr vorgeschaltete Kinderfeuerwehr, in die kleine Interessierte bereits ab sechs Jahren eintreten können, habe sich indes als recht erfolgreich erwiesen.

Aufgeteilt in zwei Gruppen, je nach Alter, lernt der Nachwuchs bei der Jugendwehr dann alles, was eine gute Feuerwehrfrau oder ein guter Feuerwehrmann wissen muss. Die Ausbildung umfasst Lerneinheiten zu den Fahrzeugen, den Gerätschaften und den Dienstvorschriften, angeboten werden auch Brandlehre und Schulungen zu Gefahrstoffen und zur Ersten Hilfe. Mit der Vollendung des 17. Lebensjahres können die jungen Floriansjünger dann in die Einsatzabteilung wechseln. „In den letzten zwei Jahren haben mehrere diesen Schritt getan, manchmal ist es aber auch nur einer“, berichtet Schuster.

Neben dem Lernen und Üben setzt die Jugendfeuerwehr zugleich auch auf Spaß und Miteinander. Angeboten werden Ausflüge und Sport, Spiele und Wettbewerbe. Fast legendär sind die Zeltlager im Sommer in Kooperation mit der Jugendfeuerwehr der französischen Stadt Montaigu in der Vendée, die jedes Jahr wechselnd in Deutschland und in Frankreich stattfinden. Eine weitere Verbindung existiert zur Nachwuchsabteilung der Feuerwehr in der Partnerstadt Neuhaus am Rennweg, auch wenn es da zurzeit laut Schuster ein wenig ruhiger zugeht.

Fotos: 200 Teilnehmer bei „Firefit-Championship“ in Rodgau

Über die alltäglichen Aufgaben hinaus wagt sich die Jugendfeuerwehr auch an die ganz großen Aktionen. So war Dietzenbach bereits mehrfach Gastgeber des Kreisjugendfeuerwehrtages, zuletzt im Jahr 2009, als im Waldstadion rund 600 Teilnehmer zusammenkamen. „Das ist dann schon eine Herausforderung“, gesteht der Pressesprecher ein. Großes Engagement habe in all den Jahren immer der jeweilige Jugendfeuerwehrwart gemeinsam mit seinem Team gezeigt. Dabei habe jeder seine eigenen Spuren hinterlassen. Fabian Flößer, der amtierende Jugend-Chef etwa legt viel Wert auf die Nachwuchs-Gewinnung. „Wir zeigen vermehrt Präsenz nach außen, nehmen an den Festen teil oder verlegen unsere Übungen an Orte außerhalb der Wache“, sagt er. Es gelte stets, die Freiwilligkeit der Feuerwehr zu sichern und zu zeigen, was Gemeinwohl bedeutet.

  • Die Akademische Feier für geladene Gäste zum Jubiläum der Jugendfeuerwehr findet heute Abend im Rathaus statt. Am morgigen Samstag, 4. Juni, beginnt um 11 Uhr eine Übung auf dem Gelände der Firma Nalbach und der Fahrschule Lendjel an der Assar-Gabrielsson-Straße im Gewerbegebiet. Dort werden an drei Stellen verschiedene Szenarien dargestellt: Brand in Halle, Verkehrsunfall und brennender Pkw. Zuschauer sind willkommen.

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