Stadtverordnete beschließen Standort für Soccer-Cage

Kicken künftig an der Ober-Rodener

Dietzenbach - Mit zwei Anträgen an die Stadtverordnetenversammlung (SVV) hat der Ausländerbeirat einen Nerv getroffen: bei Schrebergärten und beim Standort des Soccer-Cages. Von Barbara Scholze

Die Parlamentarier beschlossen einstimmig bei Enthaltung der Grünen, einen über das Kommunale Investitionsprogramm (KIP) beantragten Soccer-Cage, also ein kleines, umzäuntes Fußballfeld, an der abgesperrten Ober-Rodener-Straße aufzustellen. Ebenso soll der Magistrat prüfen, ob es möglich ist, in Dietzenbach weitere Grundstücke für Schrebergärten zu schaffen. Der Standort des Fußballfeldes war bereits im Bauausschuss diskutiert worden. Insgesamt 3,187 Millionen Euro hat die Stadt über das Investitionsprogramm beantragt, unter anderem für Projekte wie den Neubau der Kita Martinstraße, die Sanierung der Waldstraße, die Umgestaltung des Harmonieplatzes und einen Kunstrasenplatz im Waldstadion.

In die Mini-Sportanlage sollen 35.000 Euro fließen. Ursprünglich sollte sie ihren Standort im Westend finden. Und zwar als Ersatz. Denn wird dort, wie derzeit geplant, entlang der Abzweigungen der Nordweststraße gebaut, entfällt der angesiedelte Bolzplatz. Der Ausländerbeirat argumentiert nun jedoch, dass das Fußballfeld neben der Skaterbahn eine weitere Attraktion sein könnte und dort keine Nachbarn durch Lärm störe. Außerdem liege der kleine Platz dann in der Nähe mehrerer Flüchtlingsunterkünfte.

Im Ausschuss hatte sich Erster Stadtrat Dieter Lang (SPD) ebenfalls bereits für den Platz an der Skaterbahn ausgesprochen. Darüber hinaus schlug er vor, möglichst mit den „Nutzern“, also den jugendlichen Freizeit-Kickern über einen Standplatz ins Gespräch zu kommen. Rainer Engelhardt, SPD-Fraktionsvorsitzender, pflichtete ihm bei: „Die Problematik im Westend lösen wir dann, wenn es soweit ist.“ Bis dahin werde noch einiges an Zeit vergehen. Nicht einverstanden mit der Ortsveränderung waren die Grünen. „Die Ober-Rodener-Straße ist ja nicht schlecht, aber dieses Fußballfeld war für das Westend gedacht und daran sollten wir uns halten“, begründete Andrea Wacker-Hempel (Grüne) in der SVV die Enthaltung.

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Mit den Stimmen aller Fraktionen winkten die Stadtverordneten ebenso einen Beirats-Antrag durch, nach dem der Magistrat prüfen soll, ob es im Stadtgebiet Grundstücke gibt, die sich für Freizeitgärten eignen würden. „In der Dietzenbacher Bevölkerung gibt es ein großes Interesse an Schrebergärten“, heißt es in der entsprechenden Vorlage. Leider decke jedoch das Angebot den Bedarf nicht ab. Auch Flüchtlinge gehörten mittlerweile zu den Interessenten an einer Grünfläche. Die Stadt könnte brachliegende Grundstücksflächen, die in absehbarer Zeit nicht genutzt würden, gegen eine angemessene Pacht zur Verfügung stellen, schlägt der Ausländerbeirat vor. Interessenten könnten sich dann zusammenschließen und etwa einen Verein gründen, um die entsprechenden Flächen zu pachten.

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