Zukunft für Filmgenuss scheint gesichert

Kinoretter punkten mit guten Ideen

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„DiPleX“ könnte das ehemalige „Kino D“ im Keller des Bürgerhauses vielleicht schon bald heißen. An Ideen und Vorschlägen mangelt es Timo Hellmund (links) und Oliver Seib jedenfalls nicht.  

Dietzenbach - Nicht mehr nach Frankfurt oder Offenbach düsen müssen, um den aktuellen Kinostreifen zu sehen, klingt gut? Genau das könnte für Dietzenbacher bald wieder Realität werden. Denn in Sachen „Kino D“ und Open-Air-Kino tut sich was. Von Carolin Henneberg

Auch wenn die zweite Ideenwerkstatt im Bürgerhaus alles andere als gut besucht war; neben Stadtmarketing-Agentur-Chef Christoph Zens-Petzinger und den beiden Mitinitiatoren Timo Hellmund und Oliver Seib hatten sich gerade mal zwei Filmfans in die Kollegräume verirrt. Doch Quantität ist bekanntermaßen nicht gleich Qualität, und so können sich die Ergebnisse des Kinoretter-Abends durchaus sehen lassen. „Einige haben sich entschuldigen lassen“, sagt Zens-Petzinger zur spärlichen Anwesenheit, „andere sind etwas sauer, weil sie so lange nichts gehört haben.“ Das könne er auch gut nachvollziehen, doch habe es lange Zeit einfach nichts zu berichten gegeben. Das sei jetzt anders.

Bei der ersten Ideenwerkstatt „Wir retten unser Kino“ im Sommer 2015 sah es zunächst nicht gut aus für das Projekt. Um die veraltetete Technik – den analogen Filmprojektor – auszutauschen, war schlichtweg kein Geld im Stadtsäckel (wir berichteten). Doch ein Jahr später sieht die finanzielle Situation schon anders aus: Die Stadtverordneten stimmten mehrheitlich dafür, 47.000 Euro aus dem Kommunalen Investitionsprogramm (KIP) des Landes Hessen zu beantragen. Der KIP-Zuschuss decke 80 Prozent der für die Digitalisierung notwendigen Mittel, die restlichen 20 Prozent seien Eigenmittel der Kreisstadt, sagt der Leiter der Stadtmarketing-Agentur.

Eine Möglichkeit, die restlichen 20 Prozent aufzutreiben, ist etwa das Crowdfunding. Doch auch andere Anschaffungen wie etwa eine Überdachung für den Besucherbereich des Open-Air-Kinos im Waldschwimmbad stehen auf der Wunschliste. Ein Konzept zum Spendensammeln hat Timo Hellmund schon vorbereitet: „Crowdfunding läuft über das Internet, Menschen können sich anschauen, für was wir sammeln, und dann den Betrag ihrer Wahl einzahlen.“ Aber es sei kein bloßes Spenden, sondern ein Geben und Nehmen: „Es gibt verschiedene Belohnungsstufen, wir könnten zum Beispiel eine Freikarte verschenken, an jeden, der zehn Euro in den Topf schmeißt.“ Schon in den nächsten Wochen soll das Projekt auf der Internetseite startnext.com online gehen.

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Mit einem möglichen Farb- und Namenskonzept hat sich indes Oliver Seib beschäftigt. Der gelernte Mediengestalter hat sich den Namen „DiPleX“ überlegt: „,Di“ stünde für Dietzenbach und Digital, während „PleX“ eine Anlehnung an aktuelle Kinonamen ist. Dabei kann das „Di“ auch als „Dual“ übersetzt werden. Das Angebot umfasst ja immerhin auch zwei Kinos, nämlich das im Bürgerhaus und das Open-Air-Kino.“

Filmfreunde können sich auf jeden Fall schon mal freuen, denn am Wochenende vom 10. bis 12. August soll es ein „Sommerkino“ auf dem Europaplatz geben. „Die Projektoranbieter führen uns dann Geräte vor“, sagt Zens-Petzinger. Welcher Streifen gezeigt wird, steht noch nicht fest. Ideenwerkstatt-Teilnehmerin Manuela Wilkens freut sich trotzdem schon: „Ich bin ein großer Fan des Open-Air-Kinos und lasse mich auch von Regen nicht abschrecken.“

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