Sommer-Open-Air fällt wegen zu hoher Kosten aus

Mit kleinem Geld Kinoretter werden

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Einer der Dietzenbacher Kinoretter ist der 29-jährige Timo Hellmund  

Dietzenbach - Die Kinoretter kommen ihrem Ziel immer näher: Die Finanzierung des Projektors, der sowohl Filme im „Kino D“ als auch im Open-Air-Kino auf die Leinwand werfen wird, ist so gut wie gesichert. Von Carolin Henneberg 

Ein Konzept für die Umgestaltung des Saals im Bürgerhaus ist ebenfalls ausgearbeitet. Auch einen neuen Namen soll’s geben. Der Vorschlag: „DiPleX“. Ein weiterer Schritt, nämlich die geplante Crowdfunding-Kampagne, ist gestern an den Start gegangen. Die Kampagne geht auf die Kappe von Timo Hellmund. Der 29-jährige Kinofreund setzt sich von Beginn an für die Rettung der Dietzenbacher Kinos ein, hat jetzt ein Vorstellungsvideo gedreht, das das Ziel des Projekts deutlich macht. „Das ist Voraussetzung für das Crowdfunding, damit die Leute wissen, wofür sie spenden“, erläutert Hellmund. Crowdfunding läuft über das Internet. Menschen können sich anschauen, für was gesammelt wird, und dann den Betrag ihrer Wahl einzahlen. Aber es sei kein bloßes Spenden, sondern ein Geben und Nehmen, sagt der IT-Kaufmann, „es gibt verschiedene Belohnungsstufen.“

So wartet etwa auf jeden Sponsor, der zehn Euro in den Topf wirft, eine Freikarte für das Open-Air-Kino. Für 30 Euro gibt’s ein T-shirt mit dem Slogan „Kinoretter“. Eine Besonderheit versteckt sich hinter der Spende von 50 Euro: Neben dem Privileg, bei der Premieren-Veranstaltung im Open-Air-Kino dabei zu sein (limitiert auf 100 Besucher), gibt es eine offizielle Dankeschön-Erwähnung auf der Webseite der Kreisstadt Dietzenbach und in einem Artikel unserer Zeitung. Außerdem finden die 50-Euro-Geber ihren Namen auf der Sponsorenwand am Eingang des Kinos wieder. Wer noch mal 50 Euro drauflegt, darf einen Liegestuhl – mit Namen – sein Eigen nennen. „Die Spenden fließen in ein besseres Kinoerlebnis, Verbesserungen an der Einrichtung und ein noch gemütlicheres Open-Air-Kino“, sagt Hellmund.

Das Finanzierungsziel liegt bei 6000 Euro. Zeit, diese Summe zusammenzukriegen, ist bis Ende Oktober. Nur, wenn der gesamte Betrag auch tatsächlich gespendet wird, fließt das Geld in Richtung der Dietzenbacher Kinos. Verfehlt die Kampagne das Finanzierungsziel, wird den Sponsoren kein Geld vom Konto abgebucht und das Projekt wäre gescheitert.

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Sorgen, dass das passieren könnte, macht sich Hellmund aber nicht: „Das wird laufen. Wir wollen einfach zwei tolle Kinos am Laufen halten, das werden die Leute unterstützen.“ Er selbst hat schon mehrere Projekte mitfinanziert. Häufig seien es Computerspiele gewesen. Deswegen weiß er, wie wichtig die Belohnungsstufen sind: „Wenn mir ein Dankeschön besonders gut gefallen hat, bin ich mit meinem Beitrag auch gern mal höher eingestiegen.“ Ebenso wichtig sei aber auch die Werbung: „Wir müssen die Kampagne bekannt machen, jeder muss davon hören.“ Nutzen will Hellmund gemeinsam mit Stadtmarketing-Leiter Christoph Zens-Petzinger auch das Weinfest, das heute beginnt.

Die Veranstaltung Mitte August, die Zens-Petzinger bei der zweiten Ideenwerkstatt zum Rettungsprojekt Anfang Juni angekündigt hatte, entfällt allerdings: „Leider lässt sich das angedachte Sommer-Open-Air auf dem Europaplatz in diesem Jahr nicht realisieren. Die Kosten sind einfach zu hoch für ein solches drei Tage andauerndes Programm. Es gilt nun, noch weitere Ideen zu entwickeln.“ (ch)

Wer zum Kinoretter werden möchte, besucht im Internet die Seite startnext.com/diplex. Vielleicht ist ja eine Belohnung dabei, die zum Spenden anregt.

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