Tierrechtler im Zwielicht

Kommentar zum Tod eines neugeborenen Lamas im Circus Barus

Dietzenbach - Der Tod eines neugeborenen Lamas im Circus Barus sorgt für Schlagzeilen. Am 17. Juli war das Tier zur Welt gekommen; es wurde nur vier Tage alt. Von Holger Borchard

Die Tierrechtsorganisation Peta witterte eine „vermeidbare Tragödie“ und zeigte den Familienzirkus, der auf einem Privatgelände an der Voltastraße campiert, beim Veterinäramt des Kreises an. Die Mitarbeiter der Behörde an der Werner-Hilpert-Straße nahmen den in diesem Fall ganz kurzen Dienstweg und fühlten der Zirkusfamilie Frank gestern und vorgestern auf den Zahn. Resultat laut Kreis-Pressesprecherin Kordula Egenolf: „Nichts zu beanstanden! Bei dem Zirkus ist alles in Ordnung, der Tod des Tierbabys ist zwar traurig, aber nicht im Ansatz auf fahrlässiges Handeln zurückzuführen.“

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Von Reisestrapazen, die Peta moniert hatte, könne nicht die Rede sein, da der Zirkus seit Ende Juni in Dietzenbach stehe, sämtliche Vorgaben und Leitlinien seien erfüllt. So weit die Fakten. Den „Freispruch erster Klasse“ hätten sich die Franks und Tourneemanager Reiner Bohländer freilich gern gespart. Warum? Weil er auf einen Angriff aus der untersten Schublade reagiert und davon auszugehen ist, dass vor allem über die sozialen Medien das Zirkus-Image trotzdem einmal mehr geprügelt wird. Insofern erscheint es nur gerecht, an dieser Stelle die Einschätzung der Zirkusleute wiederzugeben: Die Organisation Peta verfolgt Zirkusse. Es sei typisch und bezeichnend, dass die selbsternannten Tierrechtler „einfach Anzeigen raushauen“, aber die Betroffenen nicht mal kontaktieren. In der Tat: Der aktuelle Fall rückt die selbsternannten Tierrechtler ins Zwielicht und nicht die Zirkusleute, die es schon schwer genug haben. Das ist nicht als Freibrief zu verstehen, aber: Einen solchen hat Peta ebenso wenig!

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