CDU stärkste Partei

Dietzenbach wird AfD-Hochburg

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Im Bürgerhaus-Capitol verfolgten einige Dietzenbacher die aktuellen Auszählergebnisse auf einer Großleinwand.

Dietzenbach - Es ist ein Paukenschlag von rechts, das Trendergebnis in der Kreisstadt. Nicht nur Ersten Stadtrat Dieter Lang überraschte das „unerwartet hohe Abschneiden der AfD“. Die Wahlbeteiligung lag bei 41,9 Prozent.

Von ausgelassener Feierstimmung waren die Anwesenden im Bürgerhaus-Capitol bei der Bekanntgabe des Trendergebnisses der Kommunalwahl weit entfernt. Überwiegend herrschte Fassungslosigkeit. Nicht nur, weil bis auf „Die Linke“, FDP und die FW-UDS alle in der Stadtverordnetenversammlung vertretenden Parteien Stimmen eingebüßt haben. Vor allem das Abschneiden der erstmals in Dietzenbach angetretenen „Alternative für Deutschland“ (AfD) sei „erschreckend“, sagte Artus Rosenbusch (FDP). Für Andrea Wacker-Hempel (Grüne) hat „die Demokratie heute verloren“. Jens Hinrichsen (FW-UDS) ist einfach nur „erschüttert“, Harald Nalbach (WIR-BfD) „sprachlos“.

Nach Auszählung der Listenkreuze ist die AfD die zweitstärkste Partei in Dietzenbach mit 19,6 Prozent der Stimmen. An erster Stelle steht die CDU mit 24 Prozent, an Platz drei die SPD mit 18,6. Nach diesem Stand käme die CDU nach einer Berechnung unter anwesenden Kommunalpolitikern auf elf Sitze im Parlament, die SPD auf acht, die AfD auf ganze neun. Dahinter folgen WIR-BfD (sechs Sitze), Grüne (fünf), FDP (drei), Linke (zwei), und FW-UDS (einen). Nach diesem Stand wäre die DL nicht mal mehr im Stadtparlament vertreten.

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CDU-Stadtverbandsvorsitzender Stephan Gieseler sagte, er habe mit rund zwölf Prozent für die AfD gerechnet und prophezeite: „Das Bilden einer Koalition kann schwer werden.“

Bürgermeister Jürgen Rogg befand das Ergebnis als sehr bedauerlich: „Die (AfD) haben kein Wahlprogramm für Dietzenbach gemacht und profitieren von einem bundespolitischen Thema.“ Rogg merkte aber auch an, dass demokratische Wahlen eben keine Wunschkonzerte seien. So sieht das auch Ulrike Alex (SPD): „Damit hätten wir nicht gerechnet, aber als Demokraten halten wir das aus.“

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AfD-Spitzenkandidat Heinrich Eckert ist sich bewusst, dass nach dem Auszählen aller Stimmzettel die AfD wahrscheinlich noch etwas verlieren wird. Aber die Gründe für den großen Wahlerfolg liegen für Eckert auf der Hand: „Die Leute sind stinkig. Die Schuld daran trägt Frau Merkel.“ (ch/ron/nkö)

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