Wichtig ist Freude am Kind

Kreis sucht Pflegefamilien für lange und kurze Betreuung

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Eine Familie mit drei Pflegekindern zusammen mit der Mitarbeiterin des zuständigen Pflegekinderdienstes im Vordergrund. Der Kreis Offenbach wirbt verstärkt um Familien, die sich die länger- oder kurzfristige Betreuung eines Kindes vorstellen können.

Dietzenbach - Kinder müssen behütet aufwachsen. In manchen Fällen ist ihre Familie damit jedoch überfordert. Wenn es beispielsweise auf Grund von Suchtproblemen zu Vernachlässigung oder Gewalt in der Familie kommt, ist die Jugendhilfe gefragt. Jetzt sucht der Kreis Offenbach neue Pflegefamilien.

„Pflegeeltern sind zu einem unverzichtbaren Baustein in der Jugendhilfe geworden“, erklärte jetzt der Sozialdezernent des Kreises Offenbach, Carsten Müller (SPD), „denn sie bieten Kindern die Möglichkeit, in einem familiären Umfeld aufzuwachsen. Die Entscheidung zur Pflegeelternschaft ist allerdings nicht leicht, und darum wollen wir am 20. September mit einem Informationsabend auf das Thema aufmerksam machen.“ Grundsätzlich gibt es zwei unterschiedliche Modelle einer Pflegeelternschaft: zum einen die Bereitschafts- und zum anderen die Vollzeitpflege. 101 Mädchen und Jungen werden im Kreis zurzeit als Pflegekinder in 81 Vollzeitpflegefamilien betreut. Hier bleiben die Kinder meist bei einem Elternpaar, bis sie junge Erwachsene sind.

In der Bereitschaftspflege werden Kinder bis zum Alter von maximal drei Jahren auf Zeit betreut. Sie bleiben manchmal nur wenige Tage, höchstens allerdings ein Jahr, in den verschiedenen Betreuungsfamilien. Ziel ist es, in dieser Zeit eine Entscheidung zu treffen, wie sich die Zukunft der Kinder dauerhaft gestalten soll. Aktuell sind zehn Kinder im Kreis in Bereitschaftspflege. In diesem Bereich werden ebenfalls dringend Pflegefamilien gesucht. Lediglich elf Familien stehen aktuell im Kreis bereit, um solche Kinder im Notfall aufzunehmen.

Potenzielle Pflegeeltern erhalten professionelle Unterstützung. „Unser Pflegekinderdienst“, erläutert Sandra Hansmann, Bereichsleiterin „Allgemeiner Sozialer Dienst“, „bietet eine intensive Vorbereitung sowie eine regelmäßige Beratung durch persönliche Ansprechpartner im Fachdienst Jugend und Familie. Außerdem ist der Austausch mit anderen Pflegeeltern und Supervision möglich.“ Der finanzielle Aufwand wird über ein Pflegegeld ausgeglichen.

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Ganz wichtig ist für Pflegeeltern, dass sie Freude am Umgang mit Kindern haben, über ausreichend Zeit und Platz für das Zusammenleben mit einem Kind verfügen und bereit sind, mit dem Fachdienst Jugend und Familie aber auch den leiblichen Eltern immer im Interesse des Kindes zusammenzuarbeiten. Darüber hinaus sollten sie bereits die Erfahrung gemacht haben, dass Krisen zum Leben gehören und ihre eigene Persönlichkeit als stabil und belastbar einschätzen.

Wer Interesse daran hat, als Pflegefamilie vorübergehend oder auf Dauer ein Kind aufzunehmen, kann sich mittwochs und donnerstags von 9 bis 11 Uhr unter s  06074 8180-3350 an den Pflegekinderdienst des Kreises wenden. Dort können sich Interessierte auch zu der Veranstaltung anmelden. Infos gibt es außerdem im Netz. (mic)

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