Abeln neuer Chef im Ring

Kreistag in Legislaturperiode gestartet

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Der neue Kreistagsvorsitzende Bernd Abeln (links) sowie die hauptamtlichen und ehrenamtlichen Vertreter des Kreisausschusses, der nach den Beschlüssen des Parlaments die laufende Verwaltung des Kreises Offenbach besorgt.  

Dietzenbach -  Es ist enger geworden im Sitzungssaal des Kreistages in Dietzenbach. Nicht etwa, weil mit der neuen Amtsperiode zusätzliche Mitglieder eingezogen sind. Noch immer sind es 87 Abgeordnete. Von Barbara Scholze

Dafür gibt es aber eine Fraktion mehr, die gleich mit 13 Mandatsträgern Platz genommen hat: Die Alternative für Deutschland (AfD) sitzt nun vom Podium aus gesehen ganz vorne rechts im Saal. Und der Abstand zwischen allen politischen Blöcken will immer noch gehalten werden. Wie es Sitte ist zu Beginn einer neuen Ära, war die konstituierende Kreistagssitzung zu großen Teilen den Formalitäten und Wahlen gewidmet. Nach der Begrüßung durch den Alterspräsidenten Walter Winter (CDU) stand ein Votum ganz oben auf der Tagesordnung: Als Nachfolger von Paul Scherer (CDU), der mehr als fünf Jahrzehnte ehrenamtliche kommunalpolitische Arbeit für den Kreis Offenbach geleistet hatte, wählte der Kreistag einstimmig, bei Enthaltung der Linken, Bernd Abeln (CDU) zum Vorsitzenden.

Der ehemalige Dreieicher Bürgermeister und spätere Staatssekretär der Landesregierung betonte: „Ich freue mich auf die neue Aufgabe, zumal wir nicht bei Null anfangen, sondern auf die Leistung der letzten Wahlperiode bauen können“. Der Kreistag treffe wichtige Entscheidungen und müsse das künftig noch mehr nach außen zeigen, mahnte er. Vorschusslorbeeren zum Start bekam Abeln von Stefan Schmitt (CDU) und Werner Müller (SPD), den beiden Fraktionsvorsitzenden der Großen Koalition. Beide erinnerten an Abelns Erfolge und seine „bewährten Tugenden“.

Grünen-Fraktions-Chef Reimund Butz wies darauf hin, dass die Abgeordneten den richtigen Umgang mit der AfD finden müssten: „Es kann nicht sein, dass eine Fraktion mit einem Programm antritt, das einen Teil der Bevölkerung ausschließt.“ Die vielen Muslime im Kreis gehörten auch zur Bürgerschaft. Man könne künftig in der neuen Zusammensetzung sicher viel streiten, so Butz: „Aber dort, wo wir den Boden des Grundgesetzes verlassen, werden wir entschieden vorgehen.“

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Während CDU und SPD sich mit einer Änderung der Hauptsatzung durchsetzten und künftig nun sechs statt wie zuvor fünf Stellvertreter Abelns wirken werden, scheiterte das Anliegen der kleineren Fraktionen, die Zahl der Mitglieder in den Ausschüssen zu erhöhen.

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