Neuer Glanz nach 15 Jahren

Kunstwerke des Skulp-Touren-Parks werden gereinigt

+
Unter anderem die Betonkunstwerke von Künstler Karsten Bott (Zweiter von rechts) sollen aufgehübscht werden: Dafür verantwortlich zeichnen Claudia Härtel-Kasulke (von links), Maler und Dekorateur Peter Kämmer, Bernd Gerhard und Michael Würz von den Städtischen Betrieben und Erster Stadtrat Dieter Lang.

Dietzenbach - Zum Hessentag 2001 war der Skulp-Touren-Park von Ministerpräsident Roland Koch offiziell eingeweiht worden. In den Folgejahren geriet er aus dem Fokus der Öffentlichkeit, gammelte vor sich hin. Damit ist nun Schluss. Von Norman Körtge 

„Desaströs“ – dieses Urteil fällte Claudia Härtel-Kasulke im August 2015 gegenüber unserer Redaktion über den Zustand der Kunstwerke im sogenannten Skulp-Touren-Park entlang des Bieberbachs. Verdreckt, verblasst, zerstört oder gänzlich verschwunden. Der Unternehmensberaterin, die im Vorfeld des Hessentages 2001 maßgeblich mit an der Realisierung der von namhaften Künstlern geschaffen und im öffentlich Raum ausgestellten Kunstwerke mitgewirkt hatte, blutete das Herz. Neun Monate später ist Härtel-Kasulke deutlich optimistischer gestimmt. Sie hat die Hoffnung, dass bis Ende Mai die Kunstwerke wieder leuchten werden. „Vielleicht findet sich ein Trupp von Ehrenamtlichen, wenn von Seiten der Stadt kein Geld da ist“, hatte Künstlerin Margit Seiler vergangenes Jahr vorgeschlagen. Sie hat das mit weißem Gipsbeton angefertigte „Stillleben“ erschaffen, bestehend aus einem Kinderwagen, einem am Boden liegenden Spazierstock und einer Einkaufstasche. Eine Mischung aus Ehrenamt und Einsatz der Städtischen Betriebe soll es nun richten, wie die Stadt mitteilt.

So wird der Dietzenbacher Maler und Dekorateur Peter Kämmer ehrenamtlich dem Kunstwerk mit dem Namen „Möbel und Kuchen“ einen neuen Anstrich verleihen. Dies geschieht in engem Austausch mit dem renommierten Künstler Karsten Bott, der 2001 das tonnenschwere, acht Teile umfassende Kunstensemble – darunter die markante Erdbeertorte – erschaffen hat. Die Städtischen Betriebe waren dort bereits aktiv und haben die in Beton gegossenen Gegenstände mit einem Hochdruckreiniger gesäubert. Auch Seilers Werk haben sie gereinigt und es erstrahlt wieder nahezu in Weiß.

Festzug zum Hessentag-Abschluss

Ebenso ist das verschollen geglaubte Werk von Ernst Stark wieder an seinem Platz zu finden. Fest mit der Bodenplatte verbunden steht „Der Traum“ – ein in Bronze gegossener und vergoldeter Tisch – wieder neben dem Bieberbach. Wegen Vandalismus war der Tisch einige Jahre eingelagert. Unter anderem hatten ihn Unbekannte in den Bach geworfen.

Er ist wieder da, „Der Traum“ von Künstler Ernst Stark. Der vergoldete Tisch war jahrelang eingelagert gewesen.

Die „Romeo und Julia Komplexhütte“ des Künstlers Marko Lehanka erhielt in den letzten Wochen durch die Städtischen Betriebe eine neue Regenrinne und weitere kleine Instandsetzungen. Die Hütte war als romantische Installation gedacht. Denn auf das Metalldach des Unterstandes wurde einst Wasser aus dem Bieberbach gepumpt, um das Geräusch von Regentropfen nachzuahmen – ein Ort zum Verlieben. Ob sich der kunstinteressierte Erste Stadtrat Dieter Lang neu in den Skulp-Touren-Park verliebt hat, sei dahingestellt. Auf jeden Fall ist er voll des Lobes: „Der SkulpTouren-Park ist eine Ausstellung zum Anfassen und Benutzen. Dietzenbach kann stolz sein, solche Werke von international anerkannten Künstlern im öffentlichen Raum zeigen zu können.“

Kommentare